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10 (1828)
Entstehung
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229
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Capitel 16.

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29. 30. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redestdu frey heraus, und sagest kein Sprüchwort. Nun wis-sen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfest nicht,daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß duvon Gott ausgegangen bist.

Es ist hier gezeiget der freundliche Wandel und liebliche Ge-sellschaft des Herrn Christi mit seinen Jüngern, wie er sich gegenihnen gehalten, daß sie sich sehr wohl mit ihm vermocht haben,und er sie gerne höret mit ihm reden und wohl konnte leiden,und auch alles zu gute halten, als seinen lieben Jüngern, die ihnauch lieb hatten, und alles Gutes sich zu ihm versahen, daß erauch so einfaltig und gleichsam kindlich mit ihnen redet, wie ersiehet, daß sie reden.

Da er nicht zu thun hat mit den gifftigen, spitzigen Schlan-gen, die ihn schälcklich suchen, und Judas der Verräther auch hin-weg ist, und sitzet da bey seinen lieben Jüngern, als einfaltigen,unverständigen Kindern, die daher stottern, lallen und kacheln, wiesie es verstehen: kindelt, und lallet er auch mit ihnen. Gleich-wie ein Vater und Mutter ihres Kindleins thörlich und lacher-lich Vorgeben ihm läßt von Hertzen Wohlgefallen, aufs beste deu-tet und spricht: Ja, lieber Sohn du hast recht geredt! oder, wieein frommer Schulmeister, wenn ihm ein junger Knabe soll dasABC aufsagen, kann sehr wohl Geduld haben, daß er nur einwenig ansähet, ob ers gleich nicht völliglich kann, und ihm mußdrein helfen, und immer sürsprechen, daß er ihn dabey behalteund fortbringe, und spricht: Ja, recht also, mein liebes Kind, alsolerne es w.: also läßt ihm Christus auch diese seiner Jünger Ein-falt und kindische Antwort hertzlich Wohlgefallen, und spricht: Ja,meine lieben Jünger, ihr saget recht, denn ihr seyd ja meine Jün-ger, und glaubet an mich ?c., bestätigets also, lässets also rechtund gut seyn, Heissets geglaubt und wohl geredt, (wiewol nochgar schwächlich,) auf daß er sie also an ihm behalte, bis sie star-cker und verständiger werden; denn er dencket dahin, was sie nochwerden sollen und er aus ihnen machen will. Und ist ja einegrosse, treffliche Demuth und Liebe, daß sich die hohe Majestät sogar herunter läßt, und aller Dinge gleich und eben machet denArmen, Schwachen und Unverständigen, scheuet sich nicht, mitihnen kindlicher Weise zu lispeln und zu lallen.

Aber es wird uns zu Trost also vorgemahlet, daß wir un-sern lieben Herrn lernen also kennen und gläuben, wie er dieSeinen (so an ihm hangen,) so lieb hat, daß er sehr wohl kann