Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
158
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158 Capitel 14.

verdammt, verfolget und ermordet werden, und jedermanns Fuß-tuch sind, dazu von dem Teufel im Hertzen immerdar erschrecktbetrübt und geplaget werden, daß sie wohl und recht Wäysen mö-gen heissen vor allen andern Waysen und verlassenen Menschenauf Erden, von welchen die Schrift sagt, daß sich Gott derselbenmuß selbst annehmen, als sonst von jedermann verlassen, Psalm27, 10., und ein Vater derselben sich nennen laßt, Psalm 68,6. Aber ich will euch nicht also verlassen, wie es sich ansiehet undfühlet, (spricht Christus,) sondern will euch den Tröster geben,der euch solchen Muth mache, daß ihr deß gewiß seyd, daß ihrmeine rechte Christen und die rechte Kirche seyd. Dazu will ichselbst gewißlich bey euch seyn und bleiben mit meinem Schutzund Oberhand, so ich wol jetzt leiblich und sichtbarlich von euchgehe, daß ihr müsset allein seyn, des Teufels und der Welt Bos-heit und Macht vorgeworfen. Aber so mächtig soll die Weltnicht seyn, noch der Teufel so böse machen; so klug sollen alleGelehrten und Weisen nicht seyn.- es soll dennoch meine Taufeund Predigt von mir bleiben und getrieben werden, und meinHeiliger Geist in euch regieren und wircken, ob es immerdar an-gefochten wird, und auch bey euch selbst schwächlich scheinet.

Also hat die gantze Christenheit insgemein diese tröstlicheVerheissung, daß sie nicht sollen verlassen, noch ohne Beystandund Hülfe seyn. Ob sie gleich alles menschlichen Trostes, Hülfeund Beystands muß beraubt seyn: so will sie doch Christus nichtallein und ohne Schutz lassen; sondern, ob es wol scheinet, daßer sie eine Zeitlang oh.w Trost und Schutz lässet, und der Teufelsamt der Welt (und auch sie selbst, nach ihres Fleisches Schwach-heit,) wähnen, es wolle nun gar mit ihnen aus seyn, und seynallerdings unterdrückt und gedämpft (wie sichs denn wohl mußtefühlen und ansehen lassen die drey Tage über, da Christus vonihnen genommen, aufs schmählichste hingerichtet und ins Grabgelegt war)- noch sollen sie darum ihnen den Trost nicht neh-men, noch sich zu verzweifeln bringen lassen, sondern wider allessolches, so sie fühlen und sehen, an dieser Verheissung halten, soer ihnen allster thut und spricht: Ich will nicht von euch bleiben,und ob ich jetzt von euch muß eine kleine Zeit leiblich scheiden,will ich doch nicht lange aussen bleiben, sondern bald wieder zueuch kommen, und ewiglich bey euch seyn, daß ihr sollt wider alleTeufel, Welt, Sünde und Tod geschützet seyn, und mit mir lebenund siegen, wie folget:

19. Es ist noch um ein kleines, so wird mich die Welt nicht