156 Capitel 14.
seyn noch wissen? Was soll ich allein oder mit so wenigen ma-chen und Verfolgung leiden, und mich lassen von so viel hohentrefflichen Leuten verdammen und dem Teufel geben? Wolan'dazu (spricht er) mußt du gerüst seyn, und dich solches nicht las-sen anfechten, sondern gewiß seyn, daß du habest den Geist derWahrheit, welches die andern, so dich verfolgen, nicht werth seyn,ja ihn nicht können sehen noch kennen, wenn sie noch viel gelehr-tere, weisere und höhere Leute wären, und daß dein Thun undWesen soll gelten und recht seyn und bleiben vor Gott, und ih-res dagegen verdammt seyn. Gleichwie auch die Epistel, 1. Ioh.2, 27., sagt: Wie euch die Salbung lehret, so ist es die Wahr-heit und recht, und keine Lügen; allein, daß es alles gehe aufdiesen Mann, Christum. Denn das ist die Probe, welches derrechte Geist oder Geist der Wahrheit sey, wie St. Johannes inderselben Epistel (C. 4, V. 6.) auch sagt; wo ihr nun darumverdammt und geplaget werdet, so gebet ihr nur nichts drum,und seyd nur sicher, daß eure Sache recht ist, und euer Ruhmund Trotz auf mich Gott wohlgefället, und zu seiner Zeit auchsoll vor aller Welt offenbar werden. Also deutet ers nun selbst,so er spricht.-
Ihr aber kennet ihn; denn er bleibet bey euch und wird
in euch seyn.
Woher kennen und haben sie den Heiligen Geist, daß er beyihnen bleibet? Allein daher, wie gesaget ist, daß sie an Christobleiben hangen durch den Glauben, sein Wort lieb und werthhaben. Darum, was sie thun, leiden und leben, das ist allesdes Heiligen Geistes Thun und Werck, und heißt recht und wohlgelebt, gethan und gelitten, und ist eitel köstlich Ding vor Gott.Das wird man dabei, erkennen, (spricht er,) so es in meinemNamen gehet, und um mich zu thun ist, daß der Name Christiden Hader mache, und das Spiel sich über ihm erhebe, wie (GottLob!) wir jetzt sehen greiffen vor Augen gehen; daher wir auchhaben den Trost, ob wir wol arme gebrechliche Leute sind, undSünder dazu. Wiewol wir des Lebens halben auch wol gegenunsere Feinde rühmen können, und sie ja so grobe Stücke aufihnen haben, als sie uns Schuld geben, daß sie wol mögen mituns gleich aufheben. Aber, weil es um des Herrn Christi willenzu thun ist, daß wir den predigen und hoch heben, so wollen wirdabey bleiben und stehen wider alle Welt, und sie sollen uns denRuhm lassen, auch ohne ihren Danck, daß unser Geist der Geist