Capitel 14. 155
betrüben. Denn Christus thut eS ja nicht, wie er, beyde, mitI Worten mV» Wercken allenthalben beweiset; der Vater thut esauch nicht, als der mit Christo ein Hertz und Willen hat; derHeilige Geist auch nicht, denn er ist und soll heissen, wie ihmChristus alhier nennet und mahlet, ein Tröster. Nun verstehetjedermann, was da heißt diß Wort- Trost und Tröster, daß man;nicht kann dafür sich scheuen oder fürchten, sondern eben das ist,d-/. ein elend, betrübt Hertz am allerhöchsten begehret.
17. Den Geist der Wahrheit.
Nicht allein ist der Heil. Geist ein Tröster, der die Christentrotzig und muthig machet wider allerley Schrecken, sondern istdazu auch ein Geist der Wahrheit, das ist, ein wahrhaftiger, ge-wisser Geist, der nicht treugt noch fehlen läßt. Denn diß gehöretauch dazu, daß sie keck und unerschrocken werden. Denn es mußnicht seyn ein solcher tummcr Sinn, Durst und Trotz, als da istder tollen Kriegsleute und Wagehalse, die freudig dahin tretengegen die Schwerter, Spicsse und Büchsen. Das ist auch woleine Freudigkeit, aber ein falscher Trost und Trotz, denn er ver-laßt sich entweder auf eigene Kraft, oder auf eitele Ehre undRuhm. Darum ist wol da ein Geist, aber doch nicht ein rechterwahrhaftiger Geist.
Welchen die Welt nicht kann empfahen; denn sie stehetihn nicht und kennet ihn nicht.
Das gehöret auch zur Tröstung der Christenheit. Dennwenn sie sich umsehen in die weite Welt, weil ihr unzahlig vielsind, die unsere Lehre verachten, lästern und verfolgen, und nichtschlechte, geringe Leute, sondern allermeist die Hochverständigsten,Gelehrtesten, Gewaltigsten, und auch, die da wollen die Frömm-sten und Heiligsten seyn, das flösset ein schwachgläubig Hertz vorden Kopf, daß es ansähet zu dcncken: Sollten denn so grosse Leuteallzumal irren, und alles falsch und verdammt seyn, was sie thunund sagen, setzen und schliessen? Dawider stellet er hiemit dasUrtheil dürr und klar, daß wir deß sollen gewiß seyn, daß es nichtanders gehet noch gehen kann, und schleußt, daß sie es nicht kön-nen verstehen, noch zu warten oder zu hoffen sey, daß der grosseHaufe, welche sind die Größten, Edelsten, Besten, und der rechteKern der Welt, sollten die Wahrheiten haben.
Also stehet Christus in dieser Predigt immer beyseits aufdie, so sein kleines Häuflein wollen erschrecken, blöde und verzagtmachen, daß sie sollen zweifeln und dencken.- Solltest du alleinweise, klug und heilig seyn, und so viel trefflicher Leute alle nichts