Druckschrift 
10 (1828)
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154
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154 Capitel 14.

Darum, weil ich nun von euch gehe, spricht er, und nichtmehr kann sichtbarlich bey euch seyn, und nun angehen wird, daßihr werdet leiden müssen: so will ich euch dennoch nicht alsositzen lassen, daß ihr solltet verlassen und ohne Trost seyn. Bis-her habt ihr wol an mir Freude und Trost gehabt; aber das istnur ein zeitlicher und leiblicher Trost gewest, der doch ohne dasmüßte aufhören. Denn ich kann nicht ewig dermaßen bey euchseyn, soll ich anders zu meiner Herrlichkeit kommen, und meinReich durch euch ausbreiten. Daß nun solches bald geschehe, somuß ich sterben und gen Himmel fahren, und euch hinter mirlassen. Ihr sollet aber darum nicht verlassen seyn, sondern solletdagegen den Trost haben, daß ich will vom Vater bitten undeuch schaffen einen andern Tröster, der nicht also, wie ich, alleineine Zeit lang bey euch sey, sondern ewiglich bey euch bleibe, undviel stärcker euch tröste, denn ich durch meine leibliche Gegenwär-tigkeit gethan habe. Und das soll so bald nach meinem Sterbenund Auferstehen ansahen, und nicht aufhören, bis ich euch zu mirnehme.

Also sähet er nun an zu predigen von dem Heiligen Geist,so der Christenheit sollte gegeben werden, und dadurch sie sollteerhalten werden bis an den Jüngsten Tag. Und ist hier sonder-lich zu mercken, wie der Herr Christus so freundlich und tröstlichredet für alle arme, betrübte Hertzen und furchtsame, blöde Ge-wissen, und uns zeiget, wie wir den Heiligen Geist recht erkennenund seines Trosts empfinden sollen. Denn er siehet hiemit scheelherum auf alles, so die Christen will erschrecken und zu Traurenbringen, daß sie sollen verzagen; als sollte er sagen: Ich weißwohl, daß euch die Welt, der Teufel und euer eigen Gewissenwird schrecken und plagen; aber seyd darum unverzagt; denn dassollt ihr dagegen wissen, daß ich euch nicht will erschrecken nochbetrüben, mein Vater auch nicht; sondern, wer es thut, ob erauch meinen Namen führet oder des Vaters, das ist gewißlich derTeufel.

Denn hier ist beschlossen, daß er will den Vater bitten, undalso bitten, daß er uns nicht soll schrecken, noch in die Holle flös-sen, sondern daß er soll einen andern Tröster geben, und einensolchen Tröster, der da ewiglich bey uns sey, und nichts bey unsthue, denn ohn Unterlaß uns stärcke und tröste. Nun ist keinZweifel, daß des Herrn Christi Gebet gewißlich erhöret ist, undder Vater alles thut, was er ihn bittet; darum muß es nichtGottes Willen und Meynung seyn, was uns will schrecken und