Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
153
Einzelbild herunterladen
 

Capitel 14.

1SZ

'^, i!»

ä-astö

r^illd

,:„«K

vLüN

„ikilu

I.Ä «iüli'MhlbsrjAltB

Il»- ')..

>

'szps

. AB

«I!

-it-lB'

Mensch und auch wahrhaftiger Gott ist. Denn wie kann mandas in einerley Rede und Worten fassen, daß er zugleich solltereden, wie ein Gott und wie ein Mensch, weil es zweyerley un-terschiedene Naturen sind? Wenn er überall redete als Gott, sokönnte man nicht beweisen, daß er ein wahrhaftiger Mensch wäre;so er aber überall redete als ein Mensch, so würde man nichtgewahr, daß er auch wahrhaftiger Gott wäre. Darum muß ersalso mengen, und andere Zeit und Worte nehmen, so der göttli-chen Natur zustehen, und aber andere, so der menschlichen Natureigenen, und doch die einige Person beyderley redet- zuweilen, alswäre er lauter Gott, zuweilen als ein lauter Mensch. Dennweil er, beyde, Gott uyd Mensch ist in einer Person.- warumsollte er nicht auch ohne Unterschied, beyde, dieses oder jenes, vonihm reden? Alhier aber führet er beyderley Wort und Sprüchebald auf einander in einer Predigt. Denn eben, der da kurtz zu-vor (V. 13.) sagt: Was ihr bittet, das will ich thun; derselbesagt auch hier- Ich will den Vater bitten w. Auf daß je dieserArtickel gewiß und klar sey, daß in dieser Person, Christo, seynicht eitel lauter Gottheit, noch lauter Menschheit, sondern beyde,göttliche und menschliche Natur, in einer Person unzutrennet.

Und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er beyeuch bleibe ewiglich.

Diß redec er alles zu grösserm und mehrerm Trost seinerlieben Christen, damit sie nicht so sehr erschrecken noch verzagtwerden sollen vor dem, das ihnen begegnen sollte nach seinemleiblichen Abschiede, weil er gnug zeiget, wie es ihnen gehen werde,nemlich, daß sie dazu gesetzt sind aus Erden, daß sie müssen her-halten, nicht allein der Welt, so sie hassen und verfolgen und al-lerley Hertzeleid anlegen, sondern auch dem Teufel und ihrem ei-genen Hertzen und Gewissen, so seine Sünde und Schwachheitsuhlet, und allenthalben ihnen also gehet, daß sie in der Weltelend und verlassen sind und nirgend keinen Trost finden, undwol gar verzagen müßten der Welt und ihrenthalben, wo sienicht sonderlich durch starcken göttlichen Trost vom Himmel heraberhalten würden. Die Welt lebet frey und sicher im Sause ohneFurcht und Schrecken, achtet weder Gottes Zorn noch Gnade,und führet einen leichten Muth dazu, daß sie keines Tröstens be-darf; aber diß arme Häuflein, so dazu beruffen und getauft sind,daß sie an den Christum gläuben und bey ihm bleiben, die bedür-fen sehr wohl eines Trösters, der sie stärcke und erhalte, daß siesolches ertragen und ausstehen könnten.