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Capitel 14.
und einer den andern durch die Liebe trage, und nicht Trennungund Rotten anrichtet. Denn ich habe es auch redlich und woblverdienet; es wird mir ja hertzlich sauer und kostet mich meinLeib und Leben, daß ich euch erlöse. Ich werfe mich selbst unterden Tod und in des Teufels Rachen, daß ich die Sünde und Todvon euch nehme, die Hölle und des Teufels Gewalt zerstöre, undschencke euch den Himmel und alles, was ich habe, und will euchgerne zu gut halten, ob ihr unterweilen irret und fehlet, oderauch gröblich fallet, schwach und gebrechlich seyd, allein, daß ihreuch wieder an mich haltet und in die Liebe tretet, und unter ein-ander einer dem andern auch vergebe, wie ich auch gegen euchthue, auf daß die Liebe unter euch nicht zutrennet werde.
16. Und ich will den Vater bitten.
Wenn ihr also meine Gebote haltet, eintrachtiglich und brü-derlich lebt, daran man spüret, daß ihr mich liebet.- so müßt ihreuch deß erwegen, daß euch der Teufel zusetzen, die Welt feindwerden, und alle Plage und Leid thut, dazu die falschen Christenund Rotten für eure Liebe allerley böse Tücke beweisen werden.Aber laßt euch das nicht abschrecken, sondern fahret nur fort undbleibt in meiner Liebe, es soll nicht noth haben, ihr sollt nichtverlassen seyn. Denn ich will nicht müßig sitzen droben im Him-mel, und euer vergessen, sondern nichts anders thun, denn euerlieber Priester und Mittler seyn, den Vater für euch bitten undflehen, daß er euch den Heiligen Geist gebe, der euch in allen Nö-then trösten, starcken und erhalten soll, daß ihr in meiner Liebebleibet, und alles fröhlich ertragen könnet, was euch um meinet-willen widerfahret.
Wie reimen sich aber diese Worte.- Ich will den Vaterbitten, zu dem, das er droben (V. 13.) gesagt hat: Was ihrbittet in meinem Namen, das will ich thun? damit erzeiget, daß er wahrhaftiger Gott sey, und selbst geben wolle, wassie von ihm begehren. Hier aber sagt er, er wolle den Vaterbitten, daß er ihnen einen Tröster gebe. Wie kann solches vondem, so wahrhaftiger Gott ist, gesagt werden, daß er soll etwasvon einem andern bitten? Denn das gehöret ja nicht Gott zu,daß er einem andern Unterthan sey, und von ihm etwas nehmenmüsse, sondern, daß er selbst alles vermöge, geben und thun könne.
Siehe diesen Text gantz an, beyde, mit dem, so nach undvorgehet, so wirst du finden, daß Christus redet, beyde, Gottesund Menschen Wort. Daraus gewaltiglich bewiesen wird, wieunsere Lehre und Glauben halt, daß er, beyde, wahrhaftiger