Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
151
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Capitel 14. IS!

seine Gnade und Wohlthat dancket, seinen Namen und Wortvor jedermann bekennet und kund machet, welches sind die rechtenGottesdienste, so ihm gefallen und dadurch er gepreiset wird.Solche aber können nicht geschehen, ohne allein, wie er sagt, indem Sohne, das ist, wo Christus also erkannt und geglaubt wird,wie gesagt ist, daß wir durch ihn lernen, Gott sehen und seineGnade und vaterlich Hertz erkennen, und wissen, was wir in sei-nem Namen bitten von Gott, gewißlich gewahrer seyn und em-pfahen sollen,

15. Liebet ihr mich, so haltet meine Worte.

Er setzet aber nicht vergeblich diese Worte vorher: So ihrmich lieb habt und haltet meine Gebote. Denn er hat wohl ge-sehen, der liebe Herr, daß, wenn er würde hinweg seyn, so würdesich das Spie! heben in der Christenheit, sonderlich unter den Pre-digern und Lehrern, daß sie nicht würden alle eines bleiben, son-dern unter einander Trennung und Rotten anrichten w. Nunhat er seinen Christen den gantzen Mosen aufgehaben, und willuns unbeschwert lassen mit der untrüglichen Last des Gesetzes.Denn es gehet doch allezeit also.- Wo man mit Gesetzen regieret,sonderlich die Gewissen, da hat es nimmer kein Ende noch Maaßmit Gebieten und Treiben. Ein Gesetz machet hundert andere,und aus hundert werden hundert tausend. Darum lege ich euchnichts anders auf, spricht er, fordere und begehre nichts mehr,denn das einige, daß ihr treulich von mir prediget, und lasseteuch mein Wort und Sacrament befohlen seyn, und unter ein-ander um meinetwillen Liebe und Einigkeit haltet, und leidet mitGeduld, was euch drüber widerfahret.

Diß sind die kurtzen Gebote, die da heissen: meine Ge-bote, welche ich euch doch nicht anders auflege, denn, so ihrmich lieb habt und um meinetwillen gerne thut. Denn ichwill nicht ein Moses seyn, der euch treibe und plage mitDrauen und Schrecken, sondern gebe euch solche Gebote, welcheihr wohl ohne Gebieten könnet und werdet halten, so ihr michanders lieb habt. Denn wo das nicht ist, da ist doch ver-gebens, daß ich euch viel gebieten wollte; denn es bleibet dochungehalten. Darum sehet nur darauf: Wollt ihr mein Ge-bot halten, daß ihr mich lieb habt, und bedencket, was ich euchgethan habe, daß ihr mich billig sollt lieben, als der ich meinLeib und Leben für euch setze und mein Blut für euch vergiesse:so thuts doch um meinetwillen, und bleibt unter einander einigund freundlich, daß ihr zugleich an mir haltet mit cuerer Predigt,