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Capitel 14-
tet, das will ich thun? Wer ist der Ich? Ich meynete, er solltealso sagen: Was ihr den Vater bittet in meinem Namen, daswird er thun; so zeucht ers auf sich selbst. Das sind je seltsameReden von dem Mann, daß er kann mit einfältigen Worten sohoch herfahren. Denn mit diesen Worten gibt er klar zu verste-hen, daß er selbst wahrhastiger, allmächtiger Gott sey, zugleichmit dem Vater. Denn wer also redet: Was ihr bittet, das willich thun! das ist eben also viel gesagt, als: Ich bin Gott, deralles kann und geben soll! Warum sollten sonst die Christen inseinem Namen bitten?
Das ist solche Kraft, die keine Creatur, weder Engel nochMensch, je gehabt, noch in Ewigkeit haben wird. Beten könnensie wol und Gott vermögen durch sein Wort und Zusage, daß ergebe und thue, was wir bedürfen, wie die Apostel, item die Pro-pheten, Elia und Elisäus, durchs Gebet Todten auferweckt haben,und die Engel in dem Propheten Sacharja für das Volck beten.Aber das stehet bey ihnen nicht, daß sie sollten aus eigener Kraftsolches geben und thun, oder aus eigener Notb der Sünde undTodes uns retten. Er aber nimmt ihm alle Macht und Kraftder göttlichen Majestät, und fasset alles auf einen Halsten, wasman von Gott bitten soll, spricht nicht: Wenn ihr bittet umGold oder Silber, oder etwas, das auch Menschen geben können,sondern alles, was ihr bittet, nichts ausgeschlossen. Nun wissenwir ja, was wir von Gott bitten sollen; nicht allein um dasBettelstücke auf Erden, das ist, alle Nothdurft dieses zeitlichenLebens, sondern darum, daß wir aus allem gegenwärtigen undkünftigen Jammer errettet werden, aus der Sünde, Tod undGrab, gerecht, heilig, frey, lebendig und herrlich gemacht werden.Weil er nun diß alles Heisset bitten, und verheißt, daß ers ge-ben will: so folgt unwidersprechlich, daß er muß wahrhaftigerGott seyn.
Auf daß der Vater geehret werde in dem Sohn.
Was heißt nun, der Vater werde geehret in dem Sohn?Nichts anders, denn daß der Vater also erkannt und für den ge-halten werde, der da sey ein gnadiger, barmhertziger Vater, derda nicht mit uns zürnet, noch zur Hollen verdammen will, son-dern die Sünde vergibt, und alle seine Gnade uns schencket, umseines Sohnes Christi willen, wie bisher genug gesagt ist. Dasist die rechte Ehre, damit Gott geehret wird. Denn daher er-wüchset im Hertzen rechtes Vertrauen, das es zu ihm Zufluchthat, und ihn kann tröstlich anrüsten in allen Nöthen, item für