Capitel 14.
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Vertrauen, daß er uns wolle erhören, wie er zu beten befohlenund Erhörung zugesagt hat.
Darum setzet er auch selbst deutlich dazu diß Wörtlein.- inmeinem Namen, zu lehren, daß ohne den Glauben kein rechtGebet geschehen kann, und ausser Christo niemand vermag einenBuchstaben zu beten, das vor Gott gelte und angenehm sey, wiedenn aller Türcken, Juden, Mönche und Heuchler Gebet ist.Denn sie kommen alle mit der Meynung vor Gott, daß er sollihr eigen oder fremd Verdienst und Heiligkeit ansehen, und siedarum feyren und krönen, gleichwie der Heuchler, Luca 1«, 11.,betet: Ich dancke dir, Gott, daß ich nicht bin, wie andere Leuteic., gerade, als sollte er sagen.- Ich darf deiner Gnade undBarmhertzigkeit nichts, sondern habe es wohl verdienet, will nichtvon Gott nehmen, sondern ihm geben, daß er so einen heiligenMann zum Freunde kriget. Er sagt aber droben (V. 13.)Nein dazu, und will niemands Gebet hören noch annehmen,denn der auf seine blosse Gnade und Barmhertzigkeit kömmt inChristi Namen, und mit dem Zöllner sagt.- Gott sey mir armenSünder gnadig, Luc. 13, 13.
Also lerne hier, daß wir durch den Herrn Christum alleinhaben die zwey Stück: Gnade und Erhörung des Gebets, daßwir erstlich Kinder Gottes werden, damit wir ihn können anruf-fen, und darnach auch für uns und andere erlangen, was wir be-dürfen. Darum, wo ein Christ ist, da ist eigentlich der HeiligeGeist, der da nichts anders thut, denn immerdar betet. Dennob er gleich nicht immerdar den Mund reget, oder Worte ma-chet, dennoch gehet und schlagt das Hertz, gleichwie die Pulsadernund das Hertz im Leibe, ohne Unterlaß mit solchem Seufzen:Ach lieber Vater, daß doch Dein Name geheiliget werde, DeinReich komme, Dein Wille geschehe bey uns und jedermann ?c.Und darnach die Püffe oder Anfechtung und Noth harter drückenund treiben, darnach gehet solch Seufzen und Bitten desto stär-cker, auch mündlich: daß man keinen Christen kann finden ohnbeten, so wenig, als einen lebendigen Menschen ohne den Puls,welcher stehet nimmer still, reget und schlaget immerdar für sich,ob gleich der Mensch schläft oder anders thut, daß er sein nichtgewahr wird.
Was ists aber, daß er hier also spricht: Was ihr bittetin meinem Namen, das will ich thun ec. Jetzt hat ergesagt: Ihr sollt eben die Wercke und größere Wercke thun,denn ich thue; wie kömmt er denn auf diese Rede: Was ihr bit«