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den; zum andern, daß sie auch können andern helfen durch dasGebet. Das erste Stück machet, daß sie mit Gott versöhnetwerden, und für sich alles haben, was sie bedürfen. Wenn siedas haben, sollen sie darnach auch Götter werden und der WeltHeilande durch das Gebet, und also durch den Geist der Gnadenselbst Gottes Kinder werden, darnach als Gottes Kinder zwischenihm und dem Nächsten handeln und andern dienen und helfen,daß sie auch dazu kommen mögen.
Denn wenn ein Christ ansähet, Christum zu kennen als sei-nen Herrn und Heiland, durch welchen er ist erlöset aus demTode und in seine Herrschaft und Erbe gebracht, so wird seinHertz gar durchgöttert, daß er gerne wollte jedermann auch dazuhelfen. Denn er hat keine höhere Freude, denn an diesem Schatz,daß er Christum erkennet. Darum fähret er heraus, lehret undvermahnet die andern, rühmet und bekennet dasselbige vor jeder-mann, bittet und seufzet, daß sie auch möchten zu solcher Gnadekommen. Das ist ein unruhiger Geist in der höhcsten Ruhe,das ist in Gottes Gnade und Friede, daß er nicht kann stillenoch müßig seyn, sondern immerdar darnach ringet und strebetmit allen Kräften, als der allein darum lebt, daß er Gottes Ehreund Lob weiter unter die Leute bringe, daß andere solchen Geistder Gnaden auch empfahen, und durch densclbigcn auch ihm hel-fen beten. Denn wo der Geist der Gnaden ist, der machet, daßwir auch können und dürfen, ja müssen ansahen, zu beten.
Darum will Christus hier auch sagen: Wenn ihr an michglaubt und den Geist empfangen habt, dadurch das Hertz versi-chert wird der Gnaden Gottes, (davon er droben, V. 10., ge-sagt hat: Wer mich siehet, der siehet auch den Vater ic.): sowird gewißlich folgen, daß ihr auch müsset beten. Denn diß istdas rechte eigene und allein der Christen Werck. Denn zuvor,ehe wir Christen werden und gläuben, wissen wir auch nicht, wasoder wie wir beten sollen-, und ob schon der Mensch aufs innigstebetet, so ist doch nicht da der Geist der Gnaden.
Aber ein recht Christlich Gebet soll und muß also gehen ausdem Gnadengeist, der da saget: Ich habe gelebt, wie ich kann, sobitte ich, du wollest ja nicht mein Leben und Thun ansehen, son-dern deine Barmhertzigkeit und Güte, durch Christum verheissen,und um derselben willen mir geben, was ich bitte. Also, daßman in dem Gebet in rechter hertzlicher Demuth von uns selbstfalle, und allein hange an der Verheissung der Gnade, mit vestcm