Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
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145
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Capitel 14.

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Das sind eitel solche Wercke, deren alle Könige und Käyser,Gewaltige und Reiche, Gelehrte und Weise in der Welt keinesvermögen zu thun, noch mit alle ihrem Gut können bezahlen.Denn ihr keiner vermag ein einig Gewissen, so von einer Sündegedrückt und betrübet ist, trösten und fröhlich machen, so könnensie auch nicht einen Menschen recht unterrichten, wie er zu Christokomme und vor Gott lebe; sondern das Widerspiel thun sie wol,daß sie wider Gottes Wort Lügen und Abgötterey stifften, dieSeelen von der Wahrheit verführen und reisscn mit Verfolgung,Plagen und Morden, wie man siehet an des Pabsts und Tür-ckcn Regiment.

Darum, wo solche Wercke geschehen, daß jemand zu Christobekehret, im Glauben gcstärcket, in gottseligem Leben behaltenwird, da mag man wohl rühmen, daß es ein solch Werck sey,das durch keinen Kayser noch König, sondern allein durch desHerrn Christi Kraft geschehe, und ja so groß ist und grösser, alsdaß er leibliche Todten auferwecket hat; denn er auch solches selbstnicht für groß halt, sondern alhier zeuget, daß er durch seineChristen viel grössere Wercke thun wolle. Denn es muß gewiß-lich nicht menschliche, sondern Gottes eigene, allmachtige Kraftund Macht seyn, des Teufels Reich und Macht, welcher, wie dieSchrift sagt, der Welt Herr und Gott ist zufrören-

Zum andern haben die Christen auch das Gebet, davonChristus selbst hernach wird sagen, dadurch sie auch alles, wassie von Gott begehren, erlangen für sich und andere, auch in leib-lichen Sachen, welches ist auch der Höhesten Wercke eines, damitsie der Welt helfen und sie erhalten, ob sie gleich nichts andersthaten. Also, wenn ein Christ unter einem Fürsten betet, undder Fürst den Sieg wider seine Feinde erobert, wer hat dieFeinde geschlagen und solchen Sieg erhalten? Niemand, denn derChrist, obs ihm wol niemand Schuld gibt und keinen Namenneck) Ehre davon hat. Aber doch hat Gott solchen Sieg nichtum des Fürsten willen, (so er nicht glaubig ist,) sondern um deseinigen Christen Gebets willen gegeben. So hoch kann ein eini-ger, frommer Mann einem gantzen Lande oder Königreich nützen,daß um seinetwillen den andern allen geholfen werden muß, wieman liefet, 1. Mos. 14, 14. ff., von Abraham; item, 1. Mos.13, 22., von seinem Bruder Loth, daß Sodom und Gomorranicht mußte untergehen, weil er noch darinne war. Also liefetman, 2. Kön. 5, 1., daß Gott durch den einigen Naeman demgantzen Königreich Syrien, welches doch abgöttisch war, GlückX. 10