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10 (1828)
Entstehung
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140
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Capitel 14-

gantz und gar an sich und an sein Wort gebunden haben, daßman Gott nirgend, denn in ihm, suche.

Darum, wo du hörest das Evangelium recht gelehret werdenoder siehest-einen Menschen getauft werden, das Sacrament rei-chen oder empfahen, oder absolviren, da kannst du kühnlich sagen.-Heute habe ich Gottes Wort und Werck gesehen, ja Gott selbstgehöret und gesehen predigen und taufen?c. Die Zunge, Stimme,Faust :c., sind wol des Menschen; aber das Wort und Amt isteigentlich der göttlichen Majestät selbst. Darum soll es auch alsoangesehen und gegläubet werden, als hörete man Gottes Stimmevom Himmel herab schallen, oder sehe ihn mit seinen Handentaufen, oder Sacrament reichen, also, daß man hier keine Tren-nung noch Unterscheid mache zwischen Gott und seinem Wortoder Amt, durch Christum uns gegeben, oder auf andere WeiseGott suche oder von ihm dencke.

Wenn wir gen Himmel kommen, so werden wir ihn andersansehen ohne Mittel und Dnnckcl; aber hier auf Erden wirst duihn nicht sehen noch erlangen mit deinen Sinnen noch Gedan-cken, sondern, wie St. Paulus sagt, 1. Cor. 13, 12: Wir se-hen ihn im dunckeln Wort oder Bild verhüllet, nemlich in demWort und Sacramenten; das sind gleich als seine Larven oderKleid, darunter er sich verbürget; aber gewißlich ist er da gegen-wartig, daß er selbst Wunder thut, prediget, Sacrament gibt,tröstet, stärcket und hilft, und wir also ihn sehen wie man dieSonne siehet durch eine Wolcke. Denn wir können doch jetztden hellen Anblick und Schauen der Majestät nicht leiden, darummuß er sich also zudecken und verhüllen, als hinter einer dickenWolcke. Also ist beschlossen, wer beyde, den Vater und Christum,nachdem er verklaret und in der Mazestät sitzet, sehen und crgreif-fen will, der muß ihn durcbs Wort und in den Wercken, so erin der Christenheit thut, durchs Predigtamt und andere Sündeergreiffen.

Siehe, daß ist diß schöne Gespräch und Predigt auf die Fragedes Apostels Philipp!, damit ihm nicht allein geantwortet, son-dern aller Menschen fliegenden Gedanckcn, damit sie sich unter-stehen, Gott zu ergreiffen, also, daß dir und aller Welt hiermitdurch Christum gesagt sey: Was machest du, daß du willst Gottanders suchen, denn in mir; oder ander Wort und Werck, denndie ich rede und schaffe, sehen und hören? Weißt du nicht, daß ichim Vater und der Vater in mir ist ic.? Darnach hörest dumich in St. Paulo, Paulum in Tito oder andern Predigern, und