Capitel 14-
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könne diesen Jesum Christum fürbildcn, und nichts lasse dagegenanfechten noch irren, es heisst wohl oder übel gethan und gelebt,Heiligkeit oder Sünde.
Diß ist die Kunst, davon St. Johannes, als ein ausbündi-ger Evangelist in diesem Stücke, und St. Paulus vor andernlehren, daß sie so vest in einander binden und hefften Christumund den Vater: auf daß man lerne, von Gott nichts zu dencken,denn in Christo, und so bald wir hören Gottes Namen nennen,oder von seinem Willen, Wercken, Gnade oder Ungnade sagen,daß wir nicht darnach richten, wie es in unserm Hertzen ist, odereiniges Menschen Weisheit davon disputiret, oder auch das Ge-setz vorgibt; sondern allein in diesen Christum uns wickeln undhüllen, und nichts anders wollen sehen noch hören, denn, wie ersich uns zeiget als ein liebliches Kindlein an der Mutter Armenund Schoos, item, als ein treuer Heiland an dem Creutz seinBlut für uns mildiglich vergeußt, item, wie er wieder aufstehet,den Teufel und Hölle unter sich wirft und den Tod mit Füssentrit, und dir solches, beyde, selbst und durch seine Apostel verkün-diget und schencket, damit er genugsam zeuget, daß er keinen Zornnoch Ungnade gegen dir hat, sondern alles dir zu Hülfe undTrost thut, was er thun soll und thun kann, so du es alleinwillt glauben und annehmen.
Ja, sprichst du, das sehe und höre ich wohl, wer weiß aber,wo es Gott auch also mit mir meynet? Antwort: Da hütedich für; denn das heißt Christum und Gott getheilet und ge-trennet. Gleichwie Philippus alhier thut, der da Christum laßtfahren, und Gott oben im Himmel sucht, und dencket: Ich hörewol, daß Christus mit mir redet; wie weiß ich aber, was Gottdroben im Himmel über mich gedencket oder beschlossen hat?Was ist das anders, denn ein Unglaube und heimliche Verleug-nung Gottes, daß ihn Christus hiermit strafen muß, auf daß er ihnvon solchem schändlichen Wahn reiste, und spricht: Philippe, wassoll das seyn, daß du den Vater und mich von einander reissest,kletterst hinauf in die Wolcken mit Gedancken, und läßt michhier vergebens mit dir reden? Hörest du nicht, was ich dir sage,daß, wer mich siehet, der siehet den Vater selbst, und gläubestuicht, daß ich im Vater und der Vater in mir ist; item: DieWorte, die ich rede, sind nicht meine, sondern des Vaters Worte?Das sind wol freundliche, aber doch ernste Worte des Herrn.Denn er wills nicht leiden, daß man also vergeblich und unge-wiß hin und her gaffe und umher fladdere; sondern will uns