Capirel 14-
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seit aus mit eigenen Gedancken, und fladdert hinauf in die Wol-cken: Ach, daß wir ihn doch sehen möchten, wie er droben sitzetunter den Engeln!
Aber das Sehen und Kennen mußt du nicht also grob undfleischlich verstehen, daß, wer Christum siehet, (wir die Kuh einThor ansiehet,) daß der den Vater also mit Augen sehe, wie ergestalt ist, sondern nach des Geists und Glaubens Gesicht, unddoch wahrhastig also, wie die Worte deuten. Wer da Christummit Augen siehet im Glauben, der siehet desselben Sehens auchden Vater; denn er trifft eben die Person, in welcher der Vaterauch leibhaftig (wie St. Paulus sagt, Col. 2, 9.) wohnet, undalle sein Hertz und Willen zeiget. Also sehen und bekennen wirauch bcnde, ihn und den Vater, wiewol nicht mit Augen, nochdes leiblichen Gesichts und Erkenntniß, sondern eben durch densel-ben Glauben. Denn das blosse, leibliche Sehen Christi hilfthiezu nichts, wo nicht dazu kommt das geistliche, welches ist dasGesicht des Hertzens oder Erkenntniß des Glaubens. Sonst ha-ben ihn auch gesehen und gekennet Caiphas, Pilatus, Herodesund fast das gantzc Jüdische Volck, und doch weder ihn noch denVater erkennet. Denn ob sie wohl die Person Christi sehen undkennen: doch sehen sie noch nicht, wie der Vater in Christo, undChristus in ihm, und beyder ein Hertz, Sinn und Wille, ja,auch ein einig, unzertrennlich, göttlich Wesen ist.
Siehe, also will er hiemit Philippum und die andern Apo-stel zurück ziehen, als die hin und her wancken und fladdern mitGedancken, und so weit kommen vom Glauben, daß sie nichtwissen, wo und wie sie Gott suchen oder finden sollen, ob sie wolChristum vor ihrer Nase sehen. Wo gaffest du hin, spricht er,und was fladderst du und fahrest mit Gedancken, wie ein unstätQuecksilber? Wie sprichst du noch, ich soll dir den Vater zeigen?Ich meynete, du kennetest ihn sehr wohl. Hörest du nicht, wermich siehet, der siehet den Vater w. Das ist, willt du wissen,wie du mit Gott dran seyst, und wie er gegen dich gesinnet sey,oder über dich gede.ncket, und Summa, wie du zu ihm kommenmögest, (denn solches wissen, heißt eigentlich, den Vater kennen,)so frage nur dein eigen Hertz, noch Vernunft und Gedancken,auch keinen Mosen oder andern Lehrer nicht darum; sondern al-lein mich siehe an, und höre, was Ich rede. Auf mich (sage ich)mußt du sehen und hören. Wenn du solches, so du an mir sie-hest und von mir hörest, ins Hertz fassest, wie ich mich gegen direrzeige und hören lassen, so triffst du gewißlich den Vater, und