Capitel 14.
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ler, denn durch mich; es ist kein ander Schiff noch Ueberfahrt.
Diß ist die Lehre des Christlichen Glaubens, wie man denHerrn Christum soll lernen recht erkennen, und fassen, was wirdurch ihn haben, welche er nun selbst weiter ausstreichen und er-klaren wird, wie wir an ihm alles haben und ohne oder ausserihm nichts vor Gott gilt, und auch er ohne ihn nicht will mitihm handeln, noch sich oder seinen Willen und Werck erkennenoder begreiffen lassen.
7. Wenn ihr mich kennetet, so kcnnetet ihr auch meiUen Va-ter, und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn ge-sehen.
Hie machet der Herr Christus abermal eine neue Parabelund verdeckte Rede vor den Jüngern, daß sie erst ansahen zufragen von dem Vater, was und wo er sey? Denn, wiewol erdeutlich genug davon geredt und sich erkläret hat, wie er sey der Weg,die Wahrheit und das Leben w., damit, daß er sagt: „Niemandkommt zum Vater, ohne durch mich", so sind doch die liebenJünger noch unverständig, hören diese Worte alle: Weg, Wahr-heit, Leben, zum Vater kommen w., so gar mit lauter Vernunftund fleischlichem Sinn, daß sie sich nicht können drein richten.Darum läßt er sie freundlich anlauffen, und wirft ihnen einenKlotz in den Weg, daran sie sich flössen sollen, und verursachtwerden, weiter zu fragen.
Darum fährt er also an: Wenn ihr mich kennetet :c. Wie?Kennen sie denn nun Christum nicht, so sie ihn doch vor ihnengegenwärtig sehen und hören, und so lange Zeit mit ihm umhergezogen sind? Das ists aber, das ich gesagt habe, daß: Christumkennen, heißt hier nicht, nach dem Angesicht und (wie St. Pau-lus sagt,) fleischlich ihn kennen, sondern wissen, wofür er zu hal-ten , was wir an ihm haben und wie wir sein brauchen sollen.Denn das ist in Summa seine Meynung, daß es alles daranliege, und allein das soll der Christen Kunst seyn, daß wirihn recht kennen lernen und ausmahlen von allen Gedancken,Wesen, Lehren und Leben, und was man vornehmen kann, undalso an ihm allein hangen mit dem Glauben, und von gantzemHertzen sagen: Ich weiß nichts und will nichts wissen in göttli-chen Sachen, ohne allein von meinem Herrn Christo; der sollsallein alles seyn, was meine Seligkeit betrift und zwischen Gottund mir zu handeln ist. Und ob ich wol mancherley Anfechtungund Widerstand habe vom Teufel, Welt und meinem eigenenGewissen, dazu den Tod muß drüber leiden, noch will ich dabei-