Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
134
Einzelbild herunterladen
 

134 Capitel 14.

28, 12. Denn durch ihn müssen wir ansahen, fortfahren undhindurch zum Leben kommen.

Darum ist die Summa dieses Spruchs aufs einfaltigsteeben so viel gesagt: Halte dich durch den Glauben an Christum,so sahest du recht an; bleibe an ihm, so gehest du recht fort; be-harre also bis ans Ende, so bist du selig. Also, daß er mit die-sen Worten unser Hertz reiste und abwende von allem andernVertrauen, und allein an sich heffte, daß wir nichts anders wis-sen noch gedencken sollen, wenn es betrifft den grossen Sprung inlenes Leben. Weil wir noch hier auf Erden leben, so haben wir an-dere Lehre und Wege, (als die Zehen Gebote,) wie man den Leibin Zucht und Gehorsam halten, mit dem Nächsten ehrbarlichund redlich handeln und wandeln solle, weil wir unter einanderhier sind, welche auch Gott gefallen; aber es heißt noch nicht die-sen Weg gegangen. Wenn man aber fraget von diesen hohenSachen, wie man aus diesem Leben durch Sünde und Tod zurewigen Gerechtigkeit und Leben, vom Teufel zu Gott, aus derHölle gen Himmel kömmt: da gehöret dieser Text her, der unslehre, daß kein andrer Weg, keine andere sichere, richtige und ge-wisse Strasse, keine andere veste Brücke oder Steg, kein andrerPort noch Ueberfahrt sey, denn dieser einige Christus.

Niemand kömmt zum Vater, denn durch mich.

Da nimmt er die drey Stücke auf einen Haufen, und fas-sets alles in Eins, deutet mit verblümten, klaren Worten, waser meyne, und wozu er sich also genennet habe: den Weg, Wahr-heit und Leben, nemlich also und dazu, daß man zum Vaterkomme. Summa, (will er sagen,) ich bins allein alles; soll jemandzum Vater kommen, so muß es allein durch mich geschehen, An-fang, Mittel und Ende.

Was ist aber zum Vater kommen? Nichts anders, denn,wie nun oft gesagt, aus dem Tode ins Leben, aus der Sündeund Verdammniß zur Unschuld und Frömmigkeit, aus dem Jam-mer und Hertzeleid zur ewigen Freude und Seligkeit kommen.Solches (sagt er,) nehme ihm niemand vor, auf andere Weisedazu zu kommen, denn durch mich. Denn ich bin allein derWeg, die Wahrheit und das Leben. Das heißt ja klar unddeutlich genug gcredt, rein ausgeschlossen und gewaltiglich nieder-gelegt alle Lehre vom Verdienst der Wcrcke und eigener Gerechtig-keit, und schlecht verneint und versagt allen andern Trost undVertrauen, dadurch man vermeynct, gen Himmel zu kommen.Denn es heißt kurtz: Niemand, niemand kommt zum Va-