Capitel 14.
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noch zugedeckt und gar verborgen. Denn, wie gesagt, mensch-liche Vernunft und Sinne können nichts weniger verstehen nochbegreiffen, denn daß diß sollte ein Weg seyn, da sie nichts siehetnoch fühlet, daran sie sich halten könne, sondern schlecht über undausser ihr Fühlen und Verstehen sich so bloß dahin begeben undwagen, als in eine grosse Wildniß oder weites Meer, da siekeinen Aufenthalt bey sich selbst findet. Darum muß hier derGlaube seyn, der das Wort ergreiffe und sich daran halten könne,und getrost auf den Mann dahin fahre, obgleich der alte Adamdarüber zu scheitern gehet.
Siehe, das ist diß Stück, da der Herr Christus sich alleinnennet den Weg, darauf wir, ihm nach, zum Vater kommen, daßer unser Hertz und Vertrauen lauter und gar auf ihm behalte,wenn es gilt, aus diesem Leben zu treten, und verheißt, daß eruns will gewißlich übertragen und zum Vater bringen, so wirnur vest an ihm halten, wie er uns weiter sagt:
Ich bin die Wahrheit und das Leben.
Also auch ihr, (will Christus hier sagen,) wenn ihr michdurch den Glauben ergrissen habt, so seyd ihr auf dem rechtenWege, der euch gewiß ist und nicht verführet. Aber sehet alleinzu, daß ihr darauf bleibet und fortfahret; denn es wird euch garmancherley Anstoß und Hinderniß begegnen, beyde, zur rechtenund lincken Seite. Darum müßt ihr gerüst seyn, daß ihr vestan mir haltet, und euch nichts lasset anfechten, was euch grausa-mes oder schreckliches vor Augen kömmt, so euch von mir willabschrecken oder mit schönem Schein zur Seite ausreitzen undlocken will, und wissen, daß solches alles eitel Lügen und Betrugdes Teufels ist, dadurch er euch ins Verderben führet. Ich aberwill euch gewiß seyn, und durch dieses weite Meer, aus dem Todeins ewige Leben, aus der Welt und Teufels Reich zum Vaterbringen. Darum will ich nicht allein selbst der Weg, sondernauch die Wahrheit und das Leben senn und heissen.
Siehe, also versiehe ich diesen Spruch aufs einfaltigste, daßes immer bleibe auf einerley Meynung von dem einigen Christo,daß er Heisse der Weg, um des Anfangs willen-, die Wahrheit,von wegen des Mittels und Fortfahrens, und auch das Leben,von wegen des Endes. Denn er muß doch alles seyn, der An-sang, Mittel und Ende unserer Seligkeit.- daß man ihn zum er-sten Stein lege und die andern und mittlern darauf setze, undauch das Gewölbe oder Dach darauf schliesst. Er ist, beyde, dieerste, Mittel und letzte Stufe an der Leiter gen Himmel, 1. Mos.