Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
129
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Capitel 14.

einen Bettler, wie mich die Augen weisen- wenn ich aber höre,daß er eines Königes Sohn ist, so fället sobald der graue Rockund der Stab und alle solche Bettlergestalt aus den Äugen, daßich die Knie gegen ihm beuge, und ihn gnadigen Herrn Heisse, obgleich noch keine güldene Krone, noch Majestät an ihm gesehenwird. Also, da St. Tbomas und die Andern Christum sehenhinter dem Tische sitzend, als mit fleischlichen Augen, sehensie noch nicht, was er für ein Mann ist. Aber hernach krigensie ein ander Gesiebt, ncmlich, daß er sey der Weg, und durch sei-nen Tod zum Vater gehe, und (dadurch, daß sie an ihn glauben,)sie auch dabin durch ihn gebracht werden.

Also lerne nun diesen schonen Spruch verstehen, daß er sagt:Ich bin der Weg :c., daß man nicht dencke nach solchem Weg«oder Strasse, darauf man mit Füssen trit und gehet, sonderndarauf trit und gehet durch den Klauben des Hertzens, das sichhalt allein an den Herrn Christum. Denn es ist mancherleyGehen oder Wanveln auf Erden, und sind auch mancherley Wegeund Stege. Zum ersten leiblich oder natürlich, von einem Ortzum andern, wie auch Kühe und Pferde gehen, und alles, wasda lebet, sich wegt und reget zu Erhaltung des natürlichen Le-bens und seiner Nothdurft; davon die Schrift und Gottes Wortnichts lehret.

Darnach sind andere Wege und Gange, so auch zu diesemLeben gehören, welches heißt weltlich oder bürgerlich Wesenund Leben, da wir untereinander wandeln äusserlich vor derWelt in gutem, ehrbarem Wandel, Sitten und laugenden, dißzeitlich Regiment, Fried, Ehre und Zucht zu erbalten, dadurchman kömmt zu Gut und Ehre:c., davon die Philosoph! ausder Vernunft allerley gute Lehre geben und die Regenten man-cherley Gesetz und Gebot stellen. Diß sind noch alles solche Wegeund Gange, die bey diesem vergänglichen Leben bleiben undaufhören.

Aber über diß alles ist noch ein ander Gehen und Fahren,(davon allein die heilige Schrift und Christus alhicr redet,) wieman aus diesem Leben in das andere zukünftige Leben komme.Da muß man viel andern Weg und Steg haben. Als, wenneiner auf dem Todbette liegt und jetzt Leib und Secl sich scheidensoll, oder dazu verurtheilt und ausgeführt wird, daß er davonmuß, und allster nimmermehr bleiben kann, und einen Weg, dener nicht siehet, noch mit Füssen gehen oder auf Wagen fahrenkann, und doch spricht man.- Er fähret davon, er ist dahin ?c.;

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