Capitel 14.
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gehöret, und auch jetzt über Tische hören, wie er ihnen saget vonseines Vaters Hause, da er wolle hingehen, und ihnen die Woh-nung bereiten -c., lassen ihn da hinter dem Tische sitzen, und sol-ches vorpredigen zu ihrem Trost, so fladdern sie dieweil anderswohin mit Gedancken und machen ihnen einen andern Weg, undscheiden Christum weit von ihnen.
Darum rücket er sie herum, doch mit feinen, freundlichenWorten, als ein gütiger Herr und Meister, so der Seinen Un-wissenheit und Schwachheit wohl kann versehen und zu gut hal-ten, und will sie schlecht allein an sich Hofften und binden mitAugen, Ohren und Hertzen, daß sie nicht weiter sehen noch den-cken sollen. 'Als sollte er hiermit sagen: Thoma, Thoma, wogaffest oder druckest du hin? Also muß man nicht spcculircn undfladdern; hierher auf mich müsset ihr sehen. Ihr kennet undwisset ja mich- so ihr nun mich kennet und sehet, so kennet undsehet ihr den Weg, und dürfet nicht weiter suchen noch sorgen.Denn ihr müss.t mich nicht also ansehen, wie die Kuh ein neuThor ansiehet, oder wie mich die ungläubigen Jünger ansehen,wie ich Augen, Maul und Nasen habe, als euer einer; sondernmüßt die Augen läutern, die Ohren fegen, und anders sehen, hö-ren, denckcn und verstehen, denn nach fleischlichem Sinn undVerstand.
Denn hier ist zweyerlcy sehen und hören: Eines, das da ge-schieht allein mit leiblichen Augen und Ohren, gar ohne Geist,gleichwie die Jüden allesamt Christum ansahen, nicht weiter, dennmit fünf Sinnen, daß er von Nazareth und Marien Sohn wäre,gleichwie ich dich ansehe, wie du von Vater und Mutter geboren,ein Mann oder Weib bist, so oder so lebest und thust; das istein lauter natürlich, leiblich Gesicht. Also kann man Christumnicht kennen, noch auch seine Christen, ob wir ihn gleich alleStunden vor unsern Augen sähen und höreten. Das andere istein geistlich sehen, welches allein die Christen haben, und geschiehtmit dem Glauben des Hertzens, darnach wir, so wir Christensind, auch uns untereinander ansehen und kennen müssen. Denneinen Christen kenne ich nicht dabey, daß er sonst oder so siehetoder geberdct, wandelt und lebet, sondern, daß er getaust ist undGottes Wort hat, dadurch er ist Gottes Kind, Bürger im Him-melreich und Erbe des ewigen Lebens. Das sehe ich nicht ihman der Nase, noch an der Stirne geschrieben, noch mit leiblichenAugen, sondern mit geistlichem Gesichte des Hertzens.
Also mußt du Christum auch ansehen, wenn du ihn willst