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10 (1828)
Entstehung
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126
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126 Capitel 14.

die Welt schrecket und bekümmert, daß ihr in mir Freude undFriede habet ?c.

5. K. Spricht zu ihm Thomas, der da heißt Zwilling: Herrwir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wirden Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin derWeg, und die Wahrheit, und das Leben.

Sie hatten gehöret, die lieben Jünger, daß er wollte hinge-hen, und ihnen die Wohnungen bestellen-, und nicht allein das,sondern daß sie auch schon selbst den Weg wüßten, wo er hinge-hen und bleiben würde, und sie ihm auch dahin folgen sollten,daß er nicht viel predigen dürfte, und sie sich desto weniger be-kümmern und erschrecken sollten, daß er jetzt von ihnen scheidenmüßte. Darauf sähet St. Thomas an zu wundern, und ist ihmebentheucrlich geredt, daß er sagt: sie wissen, wo er hinwolle, undwissen dazu den Weg, so er ihnen doch nichts davon gesagt habe,wohin oder welches Weges er von ihnen gehen wollte, sähet alsoan zu denckcn, grober, fleischlicher Weise, nach der Strasse, dar-auf man leiblich gehet oder fahret von einer Stadt zur andern,und nach dem Wege, darauf die Füsse treten. Desselben, spre-chen sie, wissen wir keines, wo oder zu welchem Thor und wohinaus du willst. Wie sollten wir denn den Weg wissen?

Auf diese grobe, fleischliche Gedancken antwortet nun Chri-stus: Ich meyne es also, daß ihr den Weg wisset, das ist, ihrkennet ja den, welcher der Weg ist, nemlich mich; denn ihr sehetund wisset, daß ich bin Christus, euer Herr und Heiland, und ihrmeine Jünger, die ihr so lange meine Predigt gehört und meineWunderwercke gesehen habt. So ihr nun mich kennet, so kennetund wisset ihr den Weg, und alles, was ihr wissen sollt.

Das ist nun abermal ein sonderliches, und eben, das derEvangelist St. Johannes pflegt immer zu schreiben und zu trei-ben, daß alle unsere Lehre und Glauben soll auf Christum gehen,und allein an dieser einigen Person hangen, und daß wir (alleKunst und Weisbeit beyseite gethan,) schlechts nichts wissen sol-len, denn, wie St. Paulus I. Cor. 2, 23; 2, 2. sagt, den ge-creutzigten Christum.

Aber, wie groß und schwer diese Lehre und Kunst ist, auchden rechten Schülern Christi, das beweiset wohl alhier St. Tho-mas und bald hernach St. Philippus, (wie wir hören werden,)welche vor den andern allerwegen herausfahren mit ihrem Unver-stände, und lassen sich mcrcken, daß sie noch seiner Rede wenigoder nichts verstehen.- so sie doch den Herrn Christum so lange