Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

124 Capitel 14.

und locken,) damit er sie von demselbigen hinaufziehe, daß siekönnen einen Muth und Trost schöpfen, und solche Gedanckenfassen.- Was ist es denn, ob man mir jetzt Haus und Hof, unddiese vergängliche Wohnung nimmt, und mich irgend in einenfinstern Kerckcr steckt, weil mir mein Herr Christus zusagt, daßich soll viel mehr herrlichere, schönere, weitere und sicherere Woh-nungen und Vestungen haben, denn jetzt meine Feinde und alleWelt hat, und bereits darum hinauf gefahren ist, daß er dieselbi-gen gewiß bey ihm bestellet?, und ich sie allzeit bereit finden soll?

Aber das wäre die Kunst, wer solches auch könnte glauben.Denn es ist ja wahr, daß ein jeglicher Christ, der das Wort be-kennen will, entweder mit predigen, oder, sonst vor Gericht, derstellet sehr übel auf Erden, alle Stunden unsicher und in Gefahr,daß man ihn von Gut, Weib und Kind jage, da die andern al-les vollauf haben, im Sause und gutem Gemach leben. Aber,wenn wir auch ansehen, was uns vorbehalten ist, und wozu wirkommen sollen, sollten wir ja fröhlich darzu seyn, und uns viel-mehr jammern lassen der armen, elenden Welt. Denn was ists,ob sie uns mit Füssen trit, und aufs höhcste uns plaget und Leidthut, wir können doch nichts verlieren. Verlieren wir aber, soverlieren wir den Sack, so wir am Halse tragen, das ist nichtmehr, denn die Hülsen verloren; indeß bleibt uns gleichwol derSchatz, daß wir beyde, dieses, so wir hier lassen, reichlich wiederkriegen, und dazu viel mehr ewiger, göttlicher Güter.

Zum dritten spricht er: Ob ich jetzt von euch gehe, (euch dieWohnung zu bereiten,) sollt ihr nicht erschrecken noch trauren,daß ihr mich nicht habt; sondern sollt den Trost auch haben, daßich euch nicht will lassen, sondern wieder zu euch kommen, undeuch zu mir holen rc., daß ihr meines Ganges oder Abschiedsnicht sollt Schaden haben; sondern wisset, daß es euch zugutegeschehe, daß ich euch die Wohnungen beym Vater bereite undbestelle, und darzu auch wieder zu euch kommen, und selbst euchmit mir dahin bringen will, daß ihr die Wohnungen einnehmet,und also bey mir bleibet, wo ich bin: also, daß ihr beydes gewißhabt, die Wohnungen im Himmel und mich in Ewigkeit bey euch.

Das sind die drey Stücke, die uns trösten sollen wider Teu-fel und Welt, und alles, was uns Böses mag widerfahren, daßwir einen solchen Herrn und treuen Heiland haben, der dahingefahren ist, und uns schon Wohnung bereitet, und gleichwol beyuns seyn und bleiben will. Es ist aber noch sehr verborgen, undscheinet nicht; denn wir sehen und fühlen, daß dennoch du Welt