Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
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123
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Capitel 14.

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lets hundertmal so gut und viel besser haben. Habt ihrs hiernicht, so krigt ihrs gewißlich dort reichlich. Denn er hat nochso grossen Vorrath, daß er euer jeglichem kann geben hundertWohnungen für eine. Darum nur getrost und frisch dahin ge-setzt, was euch die Welt mhmen kann: die Wohnungen des Le-bens sind viel weiter, denn die Wohnung des Todes. Ob sieeuck nun hier in Kercker und Gefängniß stecken, oder auch aus-jagen, das laßt euch nicht kümmern, es sind Hauser, die derMlt zugehören-, ihr aber sehet auf ein anders, worauf ihr zuwarten habt, und was ihr dort krigen und besitzen sottet.

Also ist dieser Text zu Trost geredt den Christen, daß siesich nicht irren lassen, ob ihnen die Welt alle Plage anlegt, undnicht allein dieser Wohnung beraubt, sondern alles nimmt, wassie allster haben, Gut, Ehre, Leben, und wirft sie ins Elend, Ar-muth, Blosse, Schande, Schmach und Tod; sondern daß sie da-gegen halten, was sie gegen diesen geringen Verlust gewinnen,wo sie jetzt einer Wohnung beraubet werden, daß sie dafür vielbessere Wohnungen krigen sollen, nemlich an dem Ort, das daheißt: In meines Vaters Hause. Wo der ist und bleibet, dawerde ich und ihr auch bleiben, (wie er hernach sagen wird,) daßihr nicht weltliche und menschliche, sondern himmlisch, göttlicheWohnungen und Häuser haben sollet; das ist, für eine unflätige,vergängliche, unsichere und unstäte Wohnung, (die ihr und alleWelt ohne das bald lassen müsset,) eitel schöne, herrliche, weite,ewige, sichere und gewisse Wohnungen, die euch nicht können ge-nommen werden, und vor jedermann friedlich behalten werbet.

Der andere Trost ist, daß er weiter spricht: Wo das nichtwäre, so sage ich euch doch, daß ich hingehe, euch die Stätte zubereiten er. Das ist: Obgleich die Wohnungen nicht bereit dawären, doch, so ihr gläubet, habe ich die Macht, daß ich ihrerkann genug machen und bereiten. Und eben darum gehe ich voneuch, daß ich sie bereite und bestelle, ob sie wol schon da sind, da-mit ihr ja nicht sorget, noch zweifeln dürfet, wo ihr bleiben sol-let. Summa, Wohnungen sollt ihr gewißlich habe»; und ob ih-rer noch nicht genug wären, so will ich ihrer genug schaffen, daß,ob es zu wenig wäre, daß ihr hundert für eine krigt, wollte ichihr hundert tausend und noch mehr schaffen, daß da kein Man-gel noch Gebrechen soll seyn und allerley Wohnungen, wie es euerHertz begehren mag.

Also redet er mit ihnen aufs allereinfaltigste und gleichsamkindlich, nach ihren Gedancken, (wie man muß Einfältige reitzen