Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
121
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Capitel 14.

und will mich alles schrecken und verzagt machen; was soll ichhie gedencken? Also will ich dencken- So ich sehe, wie ein rei-cher Wanst auf seinen Abgott trauet und glaubet, und wo ihmetwa jemand zu nahe ist, oder ihn will anfechten, so trotzet undpochet er flugs auf seinen Mammon, und hoffet gewißlich, eshabe keine Noth, weil er denselben hat- sollte ich denn nicht viel-mehr mich trösten und verlassen auf meinen rechten ewigen Gott?

Also siehest du, was da heißt an Gott glauben, nemlich einsolch Hertz gewinnen, das da groß und unverzagt wird wider al-les, das der Teufel und Welt vermag, Armuth, Unglück, Schandeund Sünde dazu? Ein solcher Mann muß ein Ehrist seyn, derda könne verachten alles, was die Welt, beyde, Gutes und Böseshat, und alles, damit der Teufel reitzew und locken, oder schreckenund brauen kann, und sich allein setzen gegen alle ihre Gewalt,und ein solcher Ritter und Held werde, der da wider alles siegeund überwinde.

Wenn ihr nun solch Vertrauen auf Gott habt, spricht er,so habt eben dasselbe Vertrauen und Zuversicht zugleich auch aufmich. Da machet er sich, wie droben gesagt, Gott gleich, undfordert eben dieselbige Ehre, die Gott gebühret; nicht daß er ei-nen andern Gott neben und ausser dem einigen setze, sondern willdamit anzeigen, daß er nun erst will sein Reich auf Erden aus-richten, und eben darum davon fähret, daß er sein recht Amt undRegiment annehme. Als sollte er sagen- Jetzt auf Erden siehetman mich für einen armen, elenden, ohnmachtigen Menschenan, wie dazumal Pilatus und Herodes und die Hohenpriesterihn hielten; aber wenn ich hinauf komme, so will ich aller Men-schen Hertzen zu mir ziehen; wie er anderswo, Joh. 12, 32.,sagt, daß sie mich werden lassen ihren Trost und Trotz, Zuversichtund alles seyn- da werdet ihr erfahren, was ihr an mir habt.Denn ich will mich also erzeigen, daß ihr eure Zuversicht nichtsollt vergeblich auf mich gesetzt haben und recht an mich geglaubt,wie ihr an Gott glaubet.

2 4. In meines Vaters Hause sind viel Wohnungen; woaber das nicht wäre, so sage ich euch doch, daß ich hin-gehe, euch die Statte zu bereiten. Und ob ich hingehe,will ich doch wiederkommen, und euch zu mir nehmen,auf daß ihr seyd, wo ich bin; und wo ich hingehe, daswisset ihr, und den Weg wisset ihr auch.

Aufs schärfste hat St. Augustinus diß ausgelegt von derWohnung droben im Himmel, daß da einem jeglichen die seine