118 Capitel !4.
sündlichen Leben, (wie er St. Paulum vor der Bekehrung, itemSt. Paulus von Christi wegen die zu Corintho, item die Gaia-ter schrecket,) so wahret es doch nicht lange. Denn er thutsnicht darum, daß du sollt traurig bleiben, sondern führet dichbald heraus, und tröstet dich wieder. Das thut der Teufel nicht,sondern läßt keinen Stoltzen und Unbußfertigen verzagt werden,oder wo er aufs letzte in Schrecken und Angst fällt (wie dennzuletzt solchen allen geschieht): so laßt er ihn darinn stecken, machtdesselben kein Ende, treibt und drückt so hart, daß er ewiglich ver-zweifeln muß, wo er nicht wieder durch Christum aufgerich-tet wird.
Siehe, das will Christus allhie lehren, da er spricht: EuerHertz erschrecke nicht w. Als sollte er sagen: Ich sterbe undfahre davon aus euern Augen, und lasse euch hinter mir in derWelt, da ihr mich nicht sehen noch hören werdet, sondern müssetnur sehen, hören und fühlen allerley Plage und Unglück, daseuch allenthalben wird schrecken und angst machen. Aber laßteuch darum das Hertz nicht matt und feig machen, sondern hal-tet euch dagegen deß, so ihr von mir höret, daß ihr sollet getrostund guten Muths seyn. Denn ich wills nicht seyn, der euchschrecket und betrübet, sondern, wo ihr solches höret oder fühlet,so schliesset flugs, daß es des Teufels Gespenst und Trug sey.Meine Stimme s dabey ihr mich sollt kennen, als die Schafe ih-ren rechten Hirten,) soll also heissen: Fürchte dich nicht und er-schrick nicht! Das sind meine Worte und Gedancken. Hörestdu ein anders, so hörest du nicht meine Stimme, ob sichs gleichin meinem Namen und Gestalt dir vorbildet. Darum sollt dusolchem nicht glauben, noch folgen.
Glaubet ihr an Gott, so glaubet auch an mich.
Da setzt er Ursachen der vorigen Worte, damit er angefan-gen hat, sie zu vermahnen, getrost und unerschrocken zu seyn.Laßt euch nicht erschrecken (spricht er), noch das Hertz feig ma-chen, ob ich wol leiblich von euch komme und euch stecken lassemitten unter der Welt und Teufels Gewalt, die euch drücken undklemmen, und alles Unglück anlegen werden ; sondern stehet keckund vest wider alles, das euch mag begegnen. Denn ihr, alsChristen, sollet ja nicht trauren noch zagen, weil ihr nicht seyd,wie die, welche, so sie in Leiden, Unglück und Widerwärtigkeitkommen, keinen Trost noch Zuversicht haben, als da sind, die danicht glauben, noch Gottes Wort wissen, sondern ihren Trost aufzeitliche Dinge setzen und mit dem Hertzen nur an dem hangen,