Capitel. 14.
117
^ darum hinauf gen Himmel gesetzt, daß er Traurigkeit und Schre-^ cken des Hertzens hinweg nehme, und dafür ein fröhlich Hertz, Ge-wissen und Gedancken gebe, und verheißt auch darum, seinenJüngern und Christen den Heiligen Geist zu senden, und nennetihn einen Tröster, dadurch er sie stärcken und erhalten will, nach-dem er leiblich von ihnen gehen mußte.
Wer nun das könnte lernen und wohl ins Hertz fassen, wieChristus mit seinem Mund redet und zeuget, daß es ihm zuwiderund leid sey, wenn eines Christen Hertz traurig oder erschrockenist, der wäre wohl dran, und hatte mehr denn halb gewonnen.Denn wenn es so weit kommt, daß ich den Feind, so mich er-schrecken und betrüden will, kenne, und weiß, woher solche Ge-dancken und Einfälle kommen, so habe ich bereits einen festenTrit und Fels, daraus ich gründen und stehen kann, und michsein erwehren, und sagen- Das ist nicht mein Herr Christus,sondern Christi Feind, der leidige Teufel. Denn er bctreugt auchwol die frommen Hertzen damit, daß er sich verstellt (wie St.Paulus sagt, 2. Cor. 11, 14.) in einen Engel des Lichts, undsich also bildet und vorgibt, als sey er Christus selbst.
Ein Christ aber lebet wol auch also, daß er äusserlich viel Leidenund Anfechtung hat; aber doch kann er ein getrost, fröhlich Hertzund Muth zu Gott haben, und sich des allerbesten zu ihm verse-hen. Darum lasset uns solches wohl lernen- es komme überuns, was für Unglück kommen mag, Pestilentz, Krieg, theureZeit, Armuth, Verfolgung, schwere Gedancken, so den Kopf nie-derschlagen und das Hertz klopffend und zappelnd machen, daßwir doch so viel wissen und schliessen kennen, daß solches nichtvon Christo sey, und hüten uns für dem Teufel, der sich kannbilden und darstellen in Christi Gestalt und Namen.
Das wäre wol die rechte Kunst eines Christen, wer alsokönnte unterscheiden im rechten Kampf, was Christi oder desTeufels Eingeben sey? Aber, wie schwer es ist, das glaubet nie-mand, denn er es erfahren hat. Denn der Teufel kann sich sokleiden und schmücken mit Christi Namen und Worten, und sobilden und stellen, daß einer wol tausend Eyde schwüre, es wärewahrhastig Christus selbst, so es doch der Ertzseind und rechte^ Küss» Ertzwiderchrist ist.
, Darum lerne hieraus, so du ein Christe bist, wer dich will
^ schrecken und das Hertz blöde machen, daß du gewißlich könnest
schliessen, daß er des Teufels Bote ist. Denn wo auch Christus^ jemand schrecket zur Busse und Bekehrung vom Unglauben und
l ! W