Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
116
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t16 Capitel 14-

nicht anders seyn kann, wir müssen den Teufel zum Feind haben !der uns ohn Unterlaß zusetzet mit aller seiner Macht und uns ^nach Leib und Seele stehet.- und wo ihm Gott nicht wehret, daßer dich nicht kann in einem Tage erwürgen, so laßt er doch nichtab mit allerley Lüsten und Tücken, daß er dir zum wenigsten dei-nen Muth und Sicherheit nehme, und zu Unruhe und Traurig-keit, darnach auch in andere Gefahr und Noth bringe. Weil esdenn also gehen muß, daß wir müssen dem Teufel unter dieSpiesse lausten, und uns von ihm plagen und martern lassen - sowill uns Christus dagegen hiemit vermahnet und getröstet haben,daß wir uns dazu schicken sollen, nicht so sehr erschrecken, nochden Teufel so leichtlich uns einnehmen lassen, daß er uns inSchwermuth und Verzweiflung bringe.

Darum laßt uns diesen Trost auch gesagt seyn, und alsoeinbilden und fassen, daß wir ihn brauchen, und damit uns sto-cken können, wenn wir Trübsal und Angst fühlen, als höretenwir alsdenn Christum, solche Worte zu uns sagen- Was thustdu? Willt du darum zu tode erschrecken und zagen? Sey dochgetrost und fasse ein Hertz; ist darum noch nicht aus, ob dich derTeufel, die Welt, oder dein eigen Gewissen plagt und schreckt,und mich nicht gegenwartig fühlest. Weißt du nicht, daß ich dirslang zuvor gesagt habe, und den Trost hinter mir gelassen, derdich starcken und erhalten soll? Siehe, also sollten wir lernenund uns gewöhnen, diese Tröstung des Herrn Christi zu nutze zumachen durch tagliche Uebung, in allen unsern Anfechtungen, daßwir uns solches nicht liessen vergeblich gesagt und geschrieben seyn.

Und aus diesen und dergleichen Worten und Vcrmahnun-gen Christi sollen wir auch lernen den Herrn Christum recht ken-nen, daß wir desto hertzlichere, tröstlichere Zuversicht zu ihm ge-winnen mögen, und mehr auf sein Wort achten, denn auf alles,so uns mag vor Augen, Ohren und Sinne kommen. Denn soich ein Christ bin, und mich zu ihm Halle, so weiß ich je, daß ermit mir redet. Nun höre ich ja hie und anderswo, daß allefeine Worte dahin gehen, daß er mich tröste, ja alles, was er re-det und thut oder gedencket, eitel freundliche, tröstliche Worte undWercke sind.

Darum muß das gewiß seyn und nicht fehlen- Wenn einMensch trauert und ein blödes erschrocken Hertz hat, das mußnicht von Christo seyn. Denn er ist nicht der Mann, der dieHertzen erschrecket, oder traurig und schwermüthig machen will.Denn er ist eben dazu kommen, und hat alles gethan, sich auch