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10 (1828)
Entstehung
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115
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Capitel 14. 115

gar viel daran, wie das Hertz gerüstet sey: ob Unglück und Schre-cken daher gehet, daß man dennoch möge Aufenthalt wissen, oderjemand habe, der ihm ein tröstlich Wort einrede oder erinnere;st ist es alles desto leichter zu tragen. Darum thut er ihnendiese Predigt zuvor, berdc, das künstige Schrecken anzuzeigen,und daneben zu trösten, auf daß sie sich hernach derselben erin-nern und damit erhalten sollten; wiewol diese Tröstung zu derStunde sobald nicht half, noch zu Kräften kam, bis so lang derHeilige Geist kam. Aber zu der Zeit, als Christus hinweg war,da war es gar aus und kein Hertz noch Muth mehr bey ihnen,daß auch ihrer keiner für einer ohnmächtigen Magd konnte stehen;da waren alle sein Wort und Werck dahin, und dieses Trostsgantz und gar vergessen. Also hat er dißmal seine lieben Apo-steln vermahnet und getröstet, als die auch des Trosts wohl be-durften.

Es ist aber nicht um ihrentwillen, sondern uns geschrieben,daß wir auch dieses Trostes lernen gebrauchen auf gegenwärtigeund künstige Noth, und daß ein jeglicher Christ, wenn er getaustist, und sich hat zu Christo begeben, mag und soll sich auch alsodrein schicken, und gewißlich deß versehen, daß ihm auch begegnenwird Schrecken und Angst, die ihm das Hertz blöd und verzagtmachen, es sey durch eine oder mancherley Feindschaft und Wi-derstand.

Denn ein Christ hat aus der Maasse viel Feinde, wo erbey seinem Herrn bleiben will, die Welt samt dem Teufel stehtihm taglich nach Leib und Leben, dazu sein eigen Fleisch und Ver-nunft und Gewissen, so ihn stets plagt, daß ihm leichtlich Schre-cken und Zagen widerfahret, auch von seinem eignen Hertzen.

Darum, willt du auch ein Christ seyn, den Aposteln undallen Heiligen gleich, so rüste dich, und warte deß gewiß, daß ein-mal ein Stündlein kommen wird, und dein Hertz treffen, daß duerschrecken und zagen wirst. Denn solches ist allen Christen ver-kündiget, auf daß sie lernen sich gewöhnen, und kurtz ihre Sachenalso richten, wenn sie jetzt sicher sind, daß sie es also annehmenund ansehen, als daß es sich bald ändern werde, und denckcn: eswähre, wie lange Gott will; heut fröhlich und gutes Muths,morgen traurig; heut lebend, morgen todt; heut in Glück undSicherheit, morgen in aller Noth, und nicht so gar für und fürdahin schnarchen, als würde es keine Noth haben.

Das weiß nun Christus wohl, wenn wir wollen sein blei-ben, an der Taufe, Sacrament und Evangelio halten, daß es

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