Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
106
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106 Borrede auf die Offenbarung St. Johannis.

thums Schutzherren, die es also jetzt schützen, daß die Geistlichennackend sitzen werden.

27. Im 1«. Capitel gehet nun an solche Verstörung, undgeht die herrliche grosse Pracht zu boden, und hören auf dieStiftrauber und Pfründendiebe, die Cortisanen. Denn auch Romdarum hat müssen geplündert und durch ihren eignen Schutzherrngestürmet werden, zum Anfange der endlichen Verstorung.

28. Noch lassen sie nicht ab, suchen, trösten, rüsten undwehren sich, und, wie er hier saget im 19. Capitel, nun sie mitder Schrift und Büchern nicht mehr können, und die Fröscheausgequacket haben, greiffen sie mit Ernst dazu, und wollens mitGewalt ausführen, sammlen Könige und Fürsten zum Streit.Aber sie lauffen an; denn der auf dem weissen Rosse, der GottesWort Heisset, der gewinnet, bis daß beyde, Thier und Prophet,ergrissen, in die Hölle geworfen werden.

29. Indeß nun solches alles gehet, kommt im 20. Cap.auch herzu der letzte Tranck, Gog und Magog, der Türcke, dierohen Jüden, welche der Satan, so vor tausend Jahren gefan-gen gewest ist, und nach tausend Jahren wieder los worden, brin-get. Aber sie sollen mit ihm auch bald in den feurigen Pful.Denn wir achten, daß diß Bild, als ein sonderliches von denvorigen, um der Türcken willen gestellet sey, und die tausendJahr anzufahen sind um die Zeit, da diß Buch geschrieben ist,und zur selbigen Zeit auch der Teufel gebunden sey. Doch mußdiese Rechnung nicht so genau alle Minuten treffen. Auf dieTürcken folget nun flugs das Jüngste Gericht, am Ende diesesCap., wie Dan. 7, 7. 8. auch zeiget.

30. Zuletzt, am 21. Capitel, wird der endliche Trost gebil-det, d die heilige Stadt soll vollend bereit und als eine Brautzur ewigen Hochzeit geführet werden: daß Christus alleine Herrsey, und alle Gottlosen verdammt, sammt dem Teufel in dieHölle fahren.

31. Nach dieser Auslegung können wir diß Buch uns nützemachen und wohl brauchen. Erstlich zur Tröstung, daß wir wis-sen, wie daß keine Gewalt, noch Lügen, keine Weisheit, nochHeiligkeit, keine Trübsal, noch Leid, werden die Christenheit un-terdrücken, sondern sie soll endlich den Sieg behalten und ob-liegen.

32. Zum andern zur Warnung wider das grosse, gefähr-liche, mannigfaltige Aergerniß, so sich begibt an der Christenheit.Denn, dieweil so mächtige Gewalt und Schein sollte wider die