Borreden auf die erste und zweyte Epistel St. Petri. 95O
opffern, wie Christus sich geopsscrt hat, und hebet an, allerleyStande zu unterrichten. Am ersten lehret er insgemeinhin, derweltlichen Herrschast Unterthan seyn, darnach sonderlich dieKnechte, ihren eigenen Herren unterworfen seyn, und Unrecht vonihnen leiden um Christi willen, der für uns auch Unrecht erlit-ten hat.
4. Im 3. lehret er die Weiber, gehorsam seyn, auch denungläubigen Männern, und sich heiliglich zieren, item die Man-ner, daß sie ihre Weiber dulden und vertragen, und darnach ins-gemein unter einander demüthig, geduldig und freundlich seyn,wie Christus für unsere Sünde gewesen ist.
5. Im 4. lehret er das Fleisch zwingen mit Nüchternheit,Wachen, Mäßigkeit, Beten und mit Christi Leiden trösten undstärcken, und unterweiset das geistliche Regiment, wie man alleinGottes Wort und Werck treiben soll, und ein jeglicher dem an-dern mit seiner Gabe dienstbar sey, und nicht wundern, sondernfröhlich seyn, ob wir müssen leiden um Christi Namens willen.
6. Im 5. ermahnet er die Bischoffe und Priester, wie sieleben und das Volck weiden sollen, und warnet uns vor demTeufel, daß er ohne Unterlaß uns nachgehe allenthalben.
Vorrede auf die 2. Epistel St. Petri.
1. Diese Epistel ist wider die geschrieben, so da meynen, derChristliche Glaube möge ohne Wercke seyn. Darum ermahneter sie, daß sie durch gute Wercke sich prüfen und des Glaubens ge-wiß werden, gleichwie man an den Früchten die Bäume erkennet.
2. Und sähet darnach an, wider die Menschenlehre das Evan-gelium zu preisen, daß man dasselbige allein solle hören, undkeine Menschenlehre; denn, als er spricht: Es ist noch keine Pro-Phezeyung von Menschen Willen geschehen.
3. Darum warnet er am 2. Cap. vor den falschen LehrernZukünftig, die mit Wercken umgehen und dadurch Christum ver-leugnen, und dräuet denselbigen hart mit dreyen greulichen Exem-peln, und mahlet sie so eben ab mit ihrem Geitz, Hochmuth, Fre-vel, Hurerey, Heucheley, daß mans greiffen muß, daß er heutigen