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Vorrede auf die erste Epistel St. Pauli an die Corinther.
1. In dieser Epistel vermahnet St. Paulus die Corinther,daß sie sollen einträchtig seyn im Glauben und in der Lehre, unddarauf sehen, daß sie das Hauptstück, nemlich, daß Christus unserHeil ist, wohl lernen, an welchem sich alle Vernunft und Weis-heit flösset.
2. Denn gleichwie jetzt zu unserer Zeit, so das Evangeliuman Tag kommen ist, finden sich der tollen Heiligen viel (welcheman Rottengeister, Schwärmer und Ketzer Heisset), die alzufrühklug und gelehrt worden sind, und können vor grosser Kunst undWeisheit sich mit niemand gleich und einträchtig halten; einerwill hie hinaus, der andere dort hinaus, als wäre es grosseSchande, wo nicht ein jeglicher ein sonderliches vornähme undseine eigene Weisheit auswürfe, welche niemand wiederum kannzu Narren machen, so sie doch im Grunde gar nichts von derrechten Hauptsache wissen noch verstehen, ob sie gleich viel mit demMaule davon plaudern.
3. Also gings St. Paulo auch; da er seine Corinther hatteden Christlichen Glauben und die Freyheit vom Gesetz gelehret,funden sich auch die tollen Heiligen und unzeitige Klüglinge, zer-trenneten die einträchtige Lehre und machten Spaltung unter denGläubigen. Einer wollte Paulisch, der andere Apollisch, einerPetrisch,cher andere Christlich seyn; einer wollte die Beschneidunghaben, der andere nicht; einer wollte Götzenopsser essen, der an-dere nicht; einige wollten leiblich frey seyn; etliche Weiber woll-ten in Haaren gehen und dergleichen: bis sie dahin geriethen,daß einer der Freyheit mißbrauchte, und nahm seine Stiefmutterzur Ehe, und etliche nichts von der Todten Auferstehung hielten,etliche nicht viel vom Sacrament. Und (in Summa,) es gingwüste und gantz unordentlich zu, daß ein jeglicher wollte Meisterseyn, und lehren und mit dem Evangelio, Sacrament und Glau-ben machen, was ihm gut beuchte, und liessen dieweil das Haupt-stück fein fahren und liegen, daß Christus unser Heil, Gerechtig-keit und Erlösung ist, als hätten sie es längst zerrissen. Wiedenn solch Stücke nicht kann auf der Bahne bleiben, wo manbeginnet zu klügeln und weise zu seyn.