Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
78
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78 Vorrede auf die Epistel St. Pauli an die Römer.

gerecht worden und ein Vater genennet aller Gläubigen, dazuauch das Gesetz vielmehr Zorn wircke, denn Gnade, dieweil esniemand mit Liebe und Lust thut, daß vielmehr Ungnade, dennGnade, durch des Gesetzes Werck kommet: darum muß allein derGlaube die Gnade, Abraha verheissen, erlangen. Denn auchsolche Exempel um unserntwillen geschrieben sind, daß wir auchsollen glauben.

28. Am S. kommt er auf die Früchte und Wercke des Glau-bens, als da sind, Friede, Freude, Liebe gegen Gott und jeder-mann, dazu Sicherheit, Trotz, Freudigkeit, Muth und Hoffnungin Trübsal und Leiden. Denn solches alles folget, wo der Glauberecht ist, um des überschwenglichen Guts willen, das uns Gottin Christo erzeiget, daß er ihn für uns hat sterben lassen, ehe wirihn darum bitten konnten, ja, da wir noch Feinde waren. Alsohaben wir denn, daß der Glaube ohn alle Wercke gerecht machet,und doch nickt daraus folget, daß man darum keine gute Werckethun solle, sondern, daß die rechtschaffenen Wercke nicht aussenbleiben, von welchen die Werckheiligen nichts wissen, und dichtenihnen selbst eigene Wercke, darinnen weder Friede, Freude, Sicher-heit, Liebe, Hoffnung, Trost, noch keines rechten ChristlichenWercks und Glaubens Art ist.

29. Darnach thut er einen lustigen Ausbruch und Spatzier-gang, und erzehlet, wo, beyde, Sünde und Ungerechtigkeit, Todund Leben herkommen, und halt die zween fein gegen einander,Adam und Christum; will also sagen: Darum mußte Christuskommen, ein anderer Adam, der seine Gerechtigkeit auf uns er-dete, durch eine neue geistliche Geburt im Glauben, gleichwie je-ner Adam auf uns geerbet hat die Sünde durch die alte fleisch-liche Geburt.

30. Damit aber wird kund und bestätiget, daß ihm niemandkann selbst aus Sünden zur Gerechtigkeit mit Wercken helfen, sowenig er kann wehren, daß er leiblich geboren wird. Das wirdauch damit beweiset, daß das gottliche Gesetz, das doch billig hel-fen sollte, so etwas helfen sollte zur Gerechtigkeit, nicht alleinohne Hülfe kommen ist, sondern hat auch die Sünde gemehretdarum, daß die böse Natur ihm desto feinder wird, und ihre Lustdesto lieber küssen will, je mehr ihr das Gesetz wehret: daß alsodas Gesetz Christum noch nöthiger machet und mehr Gnade for-dert, die der Natur helfe.

31. Am 6. nimmt er das sonderliche Werck des Glaubensvor sic h, den Streit des Geistes mit dem Fleisch , vollend zu tod-