Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
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77
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Vorrede auf die Epistel St. Pauli an die Römer. 77

hs- ^ ten, müssen aber ohne Verdienst gerecht werden durch den Glau-ben an Christum, der uns solches verdient hat durch sein Blutund uns ein Gnadenstuhl worden vor Gott, der uns alle vorigeSünde vergibt, damit er beweise, daß seine Gerechtigkeit, die ergibt im Glauben, alleine uns helfe, die zu der Zeit durchs Evan-gelium offenbaret und zuvor durchs Gesetz und die Propheten be-zeuget ist. Also wird das Gesetz durch den Glauben aufgerichtet,ob wol des Gesetzes Wercke damit werden niedergeleget sammt ih-»V rem Ruhm.

«ch 26. Am 4., als nun durch die ersten drey Capitel die

M Sünde offenbaret und der Weg des Glaubens zur GerechtigkeitH gelehrt ist, sahet er an zu begegnen etlichen Einreden und An-h- sprächen, und nimmt am ersten den vor, den gemeiniglich thunalle, die vom Glauben hören, wie er ohne Wercke gerecht mache,und sprechen: Soll man denn nun keine gute Wercke thun? Alsoans hält er ihm selbst vor den Abraham, und spricht: Was hat dennLL Abraham mit seinen Wercken gethan, ists alles umsonst gewesen?ÄM Waren seine Wercke kein nütze? und schleußt, daß Abraham ohneU- alle Wercke allein durch den Glauben gerecht worden sey, sogar,M daß er auch vor dem Werck seiner Beschneidung durch die Schrift?->- alleine seines Glaubens halben gerecht gepreiset werde, t. Mos.Ni > l.Z; 6. Hat aber das Werck der Beschneidung zu seiner Gerech-K tigkeit nichts gethan, das doch Gott ihm gebot und ein gut Werck des Gehorsams war: so wird gewißlich auch kein ander gutM Werck zur Gerechtigkeit etwas thun; sondern, wie die Beschnei-dung Abraha ein äusserlich Zeichen war, damit er seine Gerech-tigkeit im Glauben beweisete, also sind alle gute Wercke nur aus-.serliche Zeichen, die aus dem Glauben folgen, und beweisen, alsdie guten Früchte, daß der Mensch schon vor Gott innwendig ge-B recht sey.

M 27. Damit bestätiget nun St. Paulus, als mit einem kräf-

tigen Exempel aus der Schrift, seine vorige Lehre, Cap. 3, vomGlauben, und führet dazu noch einen Zeugen, David, aus dem32. Psalm, der auch saget, daß der Mensch ohne Wercke gerechtwerde, wiewol er nicht ohne Wercke bleibet, wenn er gerecht wor-den ist. Darnach breitet er das Exempel aus wider alle andereWercke des Gesetzes, und schleußt, daß die Jüden nicht mögenAbrahams Erben seyn allein des Geblüts halben, vielweniger desGesetzes Werck halben, sondern müssen Abrahams Glauben erben,

B

wollen sie rechte Erben seyn. Sintemal Abraham vor dem Ge-sche, beyde, Mosis und der Beschneidung, durch den Glauben ist