58 Borrede auf das Buch Jesus Sirach.
ein frommer Mann, zeuget auch wieder einen Tobias, und mußin Gefahr und Sorge leben, beyde, der Tyrannen und seinerNachbarn halben, wird dazu (daß ja kein Unglück allein sey)auch blind, und zuletzt auch mit seiner lieben Hanna uneins,und verschicken ihren Sohn weg, und ist ja ein elend, kümmerlichLeben. Aber er bleibt vest im Glauben, Geduld und guten Wer-ckcn. Hanna heißt: holdselig, das ist eine liebe Hausfrau, diemit ihrem Manne in Liebe und Freundschaft lebt. Der Teufel,Asmodcs, heißt: ein Vertilger oder Verderber, das ist der Haus-teusel, der alles hindert und verderbet, daß man weder mit Kindnoch Gesind fort kann. Sara heißt: eine Kampsserinn, oder Sie-gerinn, die zuletzt oblieget, sieget und gewinnet. So ist der En-gel Raphael, das ist Artzt oder Gesundmacher, auch da, und nen-net sich Asaria, das ist Helfer oder Beystand, des grossen AnanjaSohn, das ist Gottes, des Höchsten, Beystand, Gesandter oderBote. Denn Gott hilft haushalten und stehet den Ehcleuten bey,sonst könnten sie vor dem Asmod nirgend bleiben.
Darum ist das Buch uns Christen auch nützlich und gut zulesen, als eines feinen Ebraischen Poeten, der keine leichtfertigesondern die rechten Sachen handelt und aus dermaafsen Christlichtreibet und beschreibet. Und auf solch Buch gehört billig JesusSirach, als der ein rechter Lehrer und Tröster ist des gemeinenMannes und Hausvaters in allen Sachen, und Tobias eben sol-ches Buchs ein Exempel.
Vorrede auf das Buch Jesus Sirach.
1. Diß Buch ist bisher genannt im Latein k.cciesissucns,welches sie haben verdeutscht: die geistliche Zucht. Und ist fastwohl getrieben und gebrauchet in der Kirche mit lesen, singen undpredigen, aber mit wenigem Verstand und Nutzen, ohne daß eshat müssen der Geistlichen Stand und Kirchengeprange rühmen
2. Sonst heißt sein rechter Name Jesus Sirach, nach sei-nem Meister, wie seine eigene Vorrede und das Griechische gibt,wie auch Moses, Josua, Esaia und aller Propheten Bücher nachihrem Meister heissen. Und ist von den alten Vätern nichtin der Zahl der Schrift, sondern als sonst ein gut, fein