54 Borrede auf die Weisheit Salomonis.
nigs Salomonis gemacht, auf daß es um solches hochberühnikenKönigs Namen und Person willen desto mehr geachtet, und gros-ser Ansehen hatte bey den Gewaltigen auf Erden, an welche esvornehmlich geschrieben ist, und vielleicht langst untergegangenwäre, wo es der Meister, so er geringes Ansehens gewest, unterseinem Namen hatte lassen ausgehen.
4. Sie halten aber, es solle Philo dieses Buchs Meisterseyn, welcher ohne Zweifel der allergelehrtesten und weisesten Ju-den einer gewesen ist, so das Jüdische Volck nach den Prophetengehabt hat, wie er das mit andern Büchern und Thaten be-wiesen hat.
5. Denn zur Zeit des Käysers Ealigula, da die Juden durchetliche Griechen, als Appion von Alexandria und andre mehr,aufs allerschändlichste wurden mit Lasterschriften und Schmachre-den geschändet, und darnach vor dem Käyser aufs allergistigsteangegeben und verklagt, ward genannter Philo vom JüdischenVolck zum Käyser geschickt, die Juden zu verantworten und zuentschuldigen. Als aber der Käyser sogar erbittert war auf dieJuden, daß er sie von sich weisete, und nicht hören wollte.- daließ sich Philo, als ein Mann voll Muths und Trostes, hören,und sprach zu seinen Juden: Wolan, lieben Brüder, erschrecktdes nicht, und send getrost; weil Menschenhülse uns abgesagt, sowird gewißlich Gottes Hülfe bey uns seyn.
6. Aus solchem Grund und Ursache dünckt mich, sey dißBuch geflossen, daß Philo, dieweil seine und der Juden Sacheund Recht nicht hat mögen Statt finden vor dem Käyser, wen-det er sich zu Gott, und dräuet den Gewaltigen und bösen Mäu-lern mit Gottes Gericht. Darum redet er auch so heftig undscharf im 1. und 2. Eap. wider die giftigen und bösen Zungen,so den Gerechten und Unschuldigen um der Wahrheit willen ver-folgen und umbringen. Und darnach wider die Gewaltigen ein-führet die grossen Exempel des göttlichen Gerichts, so Gott überden König Pharao und die Eqypter geübt bat um der KinderIsrael willen. Und thuts mit so trefflichen, heftigen Worten, alswollte er gerne, beyde, den Käyser, die Römer und die giftigenZungen der Griechen, so wider die Jüden tobeten, mit einemjeglichen Wort treffen, und durch solche mächtige Exempel abschre-cken, und die Jüden trösten.
7. Endlich, so man die Zeit, Geschichte und Schrift Philo-nis ansiehet, und diß Buch dagegen hält, so jüdenzet es so starck,und reimet sich sogar eben zusammen, daß die heiligen Vater