Vorrede auf die Weisheit Salömonis.
damit sie ihr Volck und die Jugend lehreten, als in einem ge-meinen Bilde oder Spiel, Gott vertrauen, fromm seyn und alleHülse und Trost von Gott hoffen in allen Nöthen wider alleFeinde u.
7. Darum ist es ein fein, gut, heilig, nützlich Buch, unsChristen wohl zu lesen. Denn die Worte, so die Personen hierreden, soll man verstehen, als rede sie ein geistlicher, heiliger Poet,oder Prophet, aus dem Heiligen Geist, der solche Personen vor-stellet in seinem Spiel, und durch sie uns prediget. Und also ge-höret auf diß Buch die Weisheit Philonis, welches die Tyrannenschilt, und Gottes Hülfe preiset, so er seinem Volck erzeiget w.,als ein Lied auf solches Spiel, welches desselben Buchs wol magein gemein Exempel heissen.
Borrede auf die Weisheit Salomonis.
1. Weil der jetzige Reichstag zu Speyer uns zertrennet hat,daß wir, so die Propheten vor uns genommen haben vollend zuverdeutschen, nicht alle bey einander haben seyn mögen, undich aus zufalliger Schwachheit verhindert, daß ich zu solchen undandern Geschäften ungeschickt gewesen, und doch nicht gar müßigsitzen wollte.- habe ich dieweil diß Höltzlein genommen, und darangeschnitzt, nemlich das Buch von der Weisheit mit Hülfe meinerguten Freunde verdeutscht und, so viel uns Gott verliehen, ausdem finstern Lateinischen und Griechischen in das Deutsche Lichtgebracht. Und ob es wol von andern zuvor verdeutscht ist, achteich doch, jener Deutsch sollte unser Deutsch wol neben sich leiden,oder auch wol schier bedürfen.
2. Diß Buch ist lange Zeit im Zanck gestanden, obs unterdie Bücher der heiligen Schrift des Alten Testaments zu rechnenseyn sollte, oder nicht, sonderlich weil der Dichter sich hören laßtim g. Eap., V. 7., als redete in diesem gantzen Buch der KonigSalomon, welcher auch von der Weisheit im Buch der Königehochgerühmet wird.
3. Aber die alten Vater Habens stracks aus der heiligenSchrift gesondert, und gehalten, es sey unter der Person des Kö-