Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
51
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Vorrede über das Mich Judith. 5 t

denn zu gehen pflegt, daß, wo recht Gottes Wort und treue Pre-diger seyn, die müssen Hunger und Noth leiden; falsche Lehrermüssen immer die Fülle haben. Wiewol die Priester mit solchenOxsscrn auch gescholten werden, daß sie es annahmen und opffer-ten. Das that der liebe Geitz.

4. Aber Gott zeiget hier an, das er deß grossen Ungcfallenhabe, und Heisset solche Untreu und Bosheit eine Schmach, dieihm selbst geschehe. Darum er auch ihnen dräuet, er wolle sielassen, und die Herden annehmen zum Volck.

Z. Darnach schilt er die Priester sonderlich, daß sie GottesWort falschlich und untreulich lehretcn, und damit viel Verführe-rn und mißbrauchten ihres priesterlichen Amts, daß sie nichtstraften diejenigen, so untüchtig Ding opfferten, oder sonst nichtfromm waren, sondern lobten und sprachen sie fromm, damit sienur Opffer und Genuß von ihnen krigten. Also hat der Geitzund Bauchsorge immer Schaden gethan dem Wort und DienstGottes, und macht immer Heuchler aus Predigern.

6. Auch schilt er sie, daß sie ihre Weiber betrübten und ver-achteten; denn im Gesetz Mosis war es verboten, Gott zu opf-fem betrübte Opffer, und, die betrübt waren, dursten nicht opf-ftrn, noch von Opffern essen. Deß waren die nun Ursache, welcheihre Weiber betrübt und weinend machten, und wollten sich Abra-hams Exempel behelfen, der seine Hagar mußte austreiben undbetrüben. Aber er that es nicht aus Muthwillen, gleichwie ersie auch nicht aus Vorwitz zur Ehe genommen hatte.

Vorrede über das Buch Judith.

l. Wo man die Geschichte Judith konnte aus bewahreten,gewissen Historien beweisen, so wäre es ein edel, fein Buch, dasauch billig in der Bibel seyn sollte. Aber es will sich schwerlichreimen mit den Historien der heiligen Schrift, sonderlich mit Je-mnia und Esra, welche anzeigen, wie Jerusalem und das gantzeLand vsrstöret gewesen und darnach kümmerlich wieder erbauetworden sind zu der Zeit der Perser Monarchie, welche alles Landmne hatten umher.

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