Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
50
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so Borrede über den Propheten Maleachi.

auch verlassen würde, daß Jerusalem endlich zerstöret und die-den in Irrthum verstockt und zerstreuet sollten werden, und alsodas Evangelium und das Reich Christi, damit er vorhin, als derHirte, geschlagen und die Apostel, als die Schafe, zerstreuet soll-ten werden; denn er mußte vorhin leiden, und also in seine Herr-lichkeit kommen.

7. Im letzten Capitel, da er Jerusalem verstöret hat, hebter auch auf das Levitische Priesterthum, samt seinem Wesen undGerathe und Feyertagen, und spricht: Es werden alle geistlicheAemter gemein seyn, Gott damit zu dienen, und nicht mehr al-lein des Stammes Levi, das ist: Es sollten andere Priester, an-dere Feste, andere Opffer, anderer Gottesdienst kommen, welcheauch üben könnten andere Stamme, ja auch Egypten und alleHeydcn. Das heißt das Alte Testament rein abgethan und weg-genommen.

Vorrede über den Propheten Maleachi.

1. Diesen Maleachi halten die Ebrai, er sey der Esra gewe-sen; das lassen wir so gut seyn, denn wir nichts gewisses vonihm haben können. Ohne das, so viel aus seiner Weissagung zunehmen, ist er nicht lange vor Christi Geburt und freylich derletzte Prophet gewesen, denn er ja spricht im andern Capitel, daßChristus der Herr bald kommen solle.

2. Und ist ein feiner Prophet, der schone Sprüche hat vonChristo und dem Evangelio, welches er nennet ein rein Opsstr inaller Welt. Denn durch das Evangelium wird Gottes Gnadegepreiset, welches ist das rechte reine Danckopsser. Item, er weis-saget von der Zukunft Johannis des Täufers, wie es Christusselbst, Matth. 1l, 14., deutet, und Johannem seinen Engel undEliam nennet, davon Maleachi schreibet.

3. Ueber das schilt er auch sein Volck hart, darum, daß sieden Priestern nicht gaben ihre Zehenden und andere Pflicht. Undwenn sie schon gaben, so gaben sie es mit allen Untreuen, als,ungesunde, untüchtige Schafe; und was sie selbst nicht mochten,das mußte den armen Pfaffen und Predigern gut seyn, wie es