Vorrede über den Propheten Zephan-La. 47
ein arm, weinend Kind oder Menschen hertzet, daß cS schweigenund zufrieden seyn solle, weil eS, ob Gott will, soll besser werden
Vorrede über den Propheten Zephan-Ja.
t. Zephan-Ja ist zur Zeit des Propheten Jercmiä gewesen,denn er unter dem Konige Josia geweissaget hat, wie Jeremias,als sein Titel ausweiset. Darum weissaget er auch eben dassel-bige, das Jeremias weissaget, nemlich, daß Jerusalem und Judasolle verstöret und das Volck weggeführet werden um ihres un-bußfertigen, bösen Lebens willen.
2. Er nennet aber nicht den Konig zu Babel, der solcheVerstörung und Gefängniß ihnen sollte zufügen, wie Jeremiasthut, sondern schlechthin spricht er, daß Gott wolle solch Unglückund Plage über sie bringen, auf daß er sie ja zur Busse bewegenmöchte. Denn diß Volck konnten alle Propheten noch nie kein-mal bereden, daß Gott über sie erzürnet wäre. Sie trotzten im-mer auf den Ruhm, daß sie Gottes Volck wären und hiessen.Und welcher predigte, daß Gott über sie zornig wäre, der mußteein falscher Prophet seyn und sterben; denn sie wollten es nichtglauben, daß Gott sein Volck sollte so lassen; gleichwie man jetztalle die Ketzer schilt und tödtet, so da lehren, daß die Kirche irreund sündige, und Gott sie strafen werde.
3. Er weissaget aber nicht allein Juda solch Unglück, son-dern auch allen umliegenden Ländern und Nachbarn, als, denPhilistern, Moab, ja auch den Mohren und Assur; denn der Kö-nig zu Babel sollte eine Ruthe Gottes seyn über alle Lande.
4. Im 3. Eap. weissaget er aus der Maassen herrlich undklärlich von dem fröhlichen und seligen Reiche Christi, das in al-ler Welt ausgebreitet sollte werden. Und wiewol er ein kleinerProphet ist, so redet er doch mehr von Christo, denn viel anderegrosse Propheten, auch schier über Jeremiam, damit er wiederumreichlich tröstet das Volck, auf daß sie in der Babylonischen Ge-fängniß und Unglück an Gott nicht verzweifelten, als hätte er sieewiglich verworfen, sondern gewiß waren, daß sie nach solcher