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10 (1828)
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44
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44 Vorrede über den Propheten Micha. »

Gott damit anzeigen den Spruch Jesaiä, 52, 15- Wer es nichtgehöret hat, der wird es hören! zum Exempel, daß alle, so dasWort reichlich haben, dasselbe weidlich verachten, und, die es nichthaben können, gerne annehmen, wie Christus Matth. 2t,4z.selbst sagt: Das Reich Gottes wird von euch genommen undden Heyden gegeben, die seine Früchte bringen.

Borrede über den Propheten Micha.

1. Der Prophet Micha ist gewesen zur Zeit Jesaiä. Erführet auch desselben Propheten Wort, so im 2. Eap. stehen: daßman wohl spüret, wie die Propheten, so zu einer Zeit gelebet,schier einerley Wort geprediget haben, als hatten sie mit einan-der davon berathschlaget.

2. Er ist aber der feinen Propheten einer, der das Volckum ihrer Abgötterey willen heftiglich strafet und den künftigenChristum und sein Reich immerdar anzeucht, und ist vor allenin dem Stücke ein sonderlicher Prophet, daß er Bethlehem, dieStadt, so gewiß deutet und nennet, da Christus geboren solltewerden. Daher er auch im Alten Testament hoch berühmet ge-wesen ist, wie das Matth. 2, 6. wohl ausweiset.

3. Summa, er schilt, er weissaget, prediget w. Aber end-lich ist das seine Meynung: Wenn es gleich alles muß zu trüm-mern gehen, Israel und Juda, so wird doch Christus kommen,der es alles gut machen wird! gleichwie wir jetzt müssen strafen,schelten, trösten und predigen rc., und darauf sagen.- Wenn esdenn alles verloren ist, so wird doch Christus am Jüngsten Tagekommen und uns von allem Unglück helfen.

4. Er ist im ersten Capitel schwer, das macht die EbraischeGrammatica, und brauchet viel Allusiones, als, Zaenan fürSchaenan, und Achsib und Maresa :c., welche Worte er zeuchtauf böse Deutung und verkehret sie; als wenn ich spreche: Roma,du sollt ein Raum werden und wohl ausgeräumet; Wittenberg,du sollt ein weiter Berg werden :c. Das werden die Gramma-tiei wohl mercken und unsern Fleiß spüren.