Ik Borred« über den Propheten Hesckiel,
läßt, auf daß sie ohne alle Barmherzigkeit untergehen, und mitkeiner Busse Gottes Zorn versöhnen. Also mußten die zu So-dom vorhin den frommen Loth nicht nur verachten, sondern, daer sie lehrete, auch plagen, und war doch ihre Plage vor derThür. Pharao, da er schier sollte im Rothen Meer ersauffen,mußte er die Kinder Israel zweyfältig martern, mehr denn vorUnd Jerusalem mußte Gottes Sohn auch creutzigen, da ihre end-liche Verstörung daher ging.
10. Also gehet es auch jetzt allenthalben. Nun das Endeder Welt Herzutritt, wüten und toben die Leute wider Gott aufsallergreulichste, lästern und verdammen Gottes Wort, das siewissentlich erkennen, daß es Gottes Wort und die Wahrheit sey,daneben so viel greuliche Zeichen und Wunder erscheinen, beyde,am Himmel und fast an allen Creaturen, die ihnen schrecklichdräuen-, und ist auch wol eine so böse und jämmerliche Zeit, undnoch arger, denn Jeremia Zeit.
11. Aber es will und muß so seyn, daß sie sicher werdenund singen: ?sx, es hat nicht Noth! und nur verfolget alles,was Gott haben will, und alles Dräuen der Zeichen in den Windgeschlagen, bis sie (wie Paulus sagt) plötzlich das Verderbenübereilet und verstöret, ehe sie es gewahr werden.
12. Doch wird Christus die Seinen wissen zu behalten, umwelcher willen er sein Wort leuchten laßt in dieser schändlichenZeit, wie er zu Babel Daniel und seines Gleichen behielt, umwelcher willen Jeremia Weissagung leuchten mußte. Demselbenlieben Herrn sey Lob und Danck, samt dem Vater und HeiligenGeist, einigem Gott über alles und in Ewigkeit. Amen.
Borrede über den Propheten Hesekie!.
1. Hesekiel ist mit dem Könige Jechanja, gleichwie Danielund andere mehr, williglich ins Gefängniß zu Babel gezogen,nach dem Rath Jeremia, da er immerdar rieth, sie sollten sichdem Könige zu Babel ergeben, so würden sie leben, und solltennicht widerstreben, sie sollten sonst zu gründe gehen. Jerem. 21,8. 9.
2. Da sie nun gen Babel kommen waren, wie Jeremias