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Borrede über den Propheten Jeremiam,
Denn der Gottlosen ist allezeit mehr, weder der Frommen,Darum muß man immer vielmehr das Gesetz treiben, denn dieVerheißungen, weil die Gottlosen ohne das sicher sind und fastbehende, die göttlichen Tröstungen und Verheißungen auf sich ^deuten, und die Drauung und Strafe auf andere zu deuten, undvon solchem verkehrten Sinn und falscher Hoffnung mit keinerWeise sich lassen abwenden. Denn ihr Reim der heißt.- pax ^ki-curiw.s: Es hat nicht Noth, 1. Thess. 5, 3. Dabey bleibensie und gehen fein mit dahin ins Verderben, wie St, Paulusdaselbst sagt: Plötzlich kömmt über sie das Verderben.
Borrede über den Propheten Jeremiam.
t. Den Propheten Jeremiam zu verstehen, darfs nicht vielGloffcns, wo man nur die Geschichte ansiehet, die sich begebenhaben unter den Königen, zu welcher Zeit er geprediget hat.Denn wie es dazumal im Lande gestanden ist, so gehen auch seinePredigten.
2. Erstlich war das Land voller Laster und Abgötterey, cr-würgeten die Propheten und wollten ihre Laster und ihre Abgötte-rey ungestraft haben. Darum ist auch das erste Theil fast eitelStrafe und Klage über die Bosheit der Juden, bis an das zwan-zigste Capitel hinan.
3. Zum andern weissaget er auch die Strafe, so vorhandenwar, nemlich die Verstörung Jerusalems und des gantzen Landes,und das Babylonische Gefängniß, ja auch aller Heyden Straft.Und doch darneben tröstet und verheißet er auf gewisse, bestimmteZeit, nach crgangener solcher Strafe, die Erlösung und Heimfahrtwieder ins Land und gen Jerusalem :c.
4. Und diß Stücke ist das fürnehmste in Jcremia. Dennum desselben willen ist JcremiaS erwecket, wie im ersten Capiteldas Gesicht anzeiget von der wackern Ruthe und siedenden Töpf-fen, so von Mitternacht kommen.
5. Und das war auch hoch vonnöthen. Denn weil solchegreuliche Plage sollte über das Volck gehen, daß es gar zurissenund weggeführet würde aus seinem Lande, hatten die frommen