' t!2 Vorrede auf die Propheten.
wiederum auch um des Creutzes und wenigen willen, so amChristlichen Glauben hatten, ein schwach Hertz gar hoch ist- !gern und anfechten, wie zu unserer Zeit des Türcken, Pabst u„dandere Rotten uns grosse gewaltige Aergernisse geben.
4. Dafür uns nun die Propheten gut sind, wie St. Petrusrühmet, 1. Pctr. l, 1l. 12. Denn die Propheten Habens nichtihnen selbst dargethan, was ihnen offenbaret ist, sondern uns,uns (spricht er) haben sie es dargethan. Denn sie haben unsalso gedienet mit ihrem Weissagen, daß, wer in Christi Reich seynwill, soll wissen und sich darnach richten, daß er müsse zuvor vielleiden, ehe er zur Herrlichkeit komme: damit wir alles beydessicher werden, daß die grosse Herrlichkeit des Reichs Christi gewiß-lich unser sey, und hernach kommen werde, doch daß zuvor her-gehen Creutz, Schmach, Elend, Verachtung und allerley Leidenum Christi willen, auf daß wir durch Ungeduld oder Unglaubennicht verzagt werden, noch verzweifeln an der zukünftigen Herr-lichkeit, die so groß seyn wird, daß sie auch die Engel begehrenzu sehen.
Z. Zum andern zeigen sie uns viel und grosse Exempel undErfahrung an des ersten Gebots, und streichen dasselbe gar mei-sterlich aus, beyde, mit Worten und Exempeln, damit sie unszur Furcht Gottes und zum Glauben gewaltiglich treiben unddarbcy erhalten. Denn, nachdem sie von Christi Reich geweissa-get haben, ist das andere alles eitel Exempel, wie Gott sein erstGebot so strenge und hart bestätiget hat: daß es gewißlich nichtanders ist, die Propheten lesen, oder hören, wie Gott dräuet undtröstet; brauet den Gottlosen, die sicher und stoltz sind, und, wodas Dräuen nicht helfen will, nachdrückt mit Strafen, Pestilenh,Theurung, Krieg, bis sie zu Grunde gehen, und also sein Dräuenim ersten Gebote wahr macht; tröstet aber die Gottesfürchtigen,so in allerley Nöthen sind, und auch nachdrücklich mit Hülfeund Rath durch allerley Wunder und Zeichen wider alle Macht desTeufels und der Welt, und also sein Trösten im ersten Geboteauch wahr macht.
6. Mit solchen Predigten und Exempeln dienen uns aber- .mal die lieben Propheten gar reichlich, daß wir uns nicht ärgernsollen, wenn wir sehen, wie gar sicher und stoltziglich die Gottlo-sen Gottes Wort verachten, und sogar nichts um sein. Dräuengeben, als wäre Gott selber ein lauter nichts. Denn in denPropheten sehen wir, wie gar es doch keinem wohl ausgegangenist, der Gottes Dräuen verachtet hat, wenns auch gleich die aller-