Druckschrift 
10 (1828)
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?orrebc auf den Psalter.

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Also auch, wo sie von Furcht und Hoffnung reden, brauchen siesolcher Worte, daß dir kein Mahler also könnte die Furcht undHoffnung abmahlen, und kein Cicero oder Redekundiger also vor-bilden.

12. Und (wie gesagt) ist das allerbeste, daß sie solche Wortegegen Gott und mit Gott reden, welches macht, daß zwiefältigerErnst und Leben in den Worten sind. Denn wo man sonst ge-gen Menschen in solchen Sachen redet, gehet es nicht so starckvon Hertzen, brennet, lebet und dringet nicht so fast. Daherkommets auch, daß der Psalter aller Heiligen Büchlein ist, undein jeglicher, in wasserley Sachen er ist, Psalmen und Wortedrinnen findet, die sich auf seine Sachen reimen, und ihm soebensind, als waren sie allein um seinetwillen also gesetzet, daß er sieauch selbst nicht besser setzen, noch finden kann, noch wünschenmag. Welches denn auch dazu gut ist, daß, wenn einem solcheWorte gefallen und sich mit ihm reimen, er gewiß wird, er seyin der Gemeinschaft der Heiligen, und habe allen Heiligen gegan-gen, wie es ihm gehet, weil sie ein Liedlein alle mit ihm singen,sonderlich, so er sie auch also kann gegen Gott reden, wie sie ge-than haben, welches im Glauben geschehen muß; denn einemgottlosen Menschen schmecken sie nicht.

13. Zuletzt ist im Psalter die Sicherheit und ein wohl ver-wahret Geleit, daß man allen Heiligen ohne Gefahr darinnennachfolgen kann. Denn andere Exempel und Legenden von denstummen Heiligen bringet manch Werck vor, das man nicht kannnachthun, viel mehr Wercke aber bringen sie, die gefährlich sindnachzuthun, und gemeiniglich Secten und Rotten anrichten undvon der Gemeinschaft der Heiligen führen und reisten. Aber derPsalter halt dich von den Rotten zu der Heiligen Gemeinschaft;denn er lehret dich, in Freuden, Furcht, Hoffnung, Traurigkeitgleich gesinnet seyn, und reden, wie alle Heiligen gesinnet und ge-redet haben.

14. Summa, willst du die heilige Christliche Kirche gemah-let sehen mit lebendiger Farbe und Gestalt, in einem kleinenBffde gefasset, so nimm den Psalter vor dich, so hast du einenfeinen, hellen, reinen Spiegel, der dir zeigen wird, was die Chri-stenheit sey. Ja du wirst auch dich selbst darinnen und dasrechte ^-^5. -----«vT-öv finden, dazu Gott selbst und alle Crea-turen.

15. Darum laßt uns nun auch vorsehen, daß wir Gottdancken für solche unaussprechliche Güter und mit Fleiß und Ernst

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