24 Vorrede über den An. 1545 edirten Psalter.
dieselben annehmen, brauchen und üben, Gott zu Lob und Ehreauf daß wir nicht mit unsererUndanckbarkeit etwas argers verdie-nen. Denn vorhin, zur Zeit der Finsterniß, welch ein Schal-hatte es sollen geachtet seyn, wer einen Psalmen hatte mögenrecht verstehen und im verstandlichen Deutsch lesen oder hörenund haben es doch nicht gehabt. Nun aber selig sind die Augen,die da sehen, das wir sehen, und Ohren, die da hören, das wirhören. Und besorge doch, ja leider sehen wirs, daß es uns gehet,wie den Jüden in der Wüsten, die da sprechen vom Himmels-brod. Unserer Seelen cckelt vor der geringen Speise. Aber wirsollen auch wissen, daß daselbst beystehet, wie sie geplagt und ge-storben sind, daß es uns nicht auch so gehe.
16. Das helfe uns der Vater aller Gnaden und Barmher-tzigkeit durch Jesum Christum, unsern Herrn, welchem sey Lobund Danck, Ehre und Preis für diesen Deutschen Psalter undfür alle seine unzahlige, unaussprechliche Wohlthat in Ewig-keit. Amen. Amen.
^ Borrede über den An. 1545 edirten Psalter.
1. Billig sollte ein jeder Christ, so beten und andachtig seynwill, ihm den Psalter lassen sein Büchlein seyn, und auch wolgut wäre, daß ein jeglicher Christ denselben so übete, und so lauf-sig darinnen würde, daß er ihn von Wort zu Wort auswendigkönnte und immer in dem Munde hatte, so oft ihm etwas vor-käme zu reden oder zu thun, daß er einen Spruch daraus führenund anziehen könnte, als ein Sprüchwort. Denn es ist ja dieWahrheit, daß alles, was ein andachtig Hertz mag zu beten wün-schen, da findet es seine Psalmen und Worte zu, so eben undlieblich, daß kein Mensch, ja alle Menschen nicht mögen so guteWeise, Worte und Andacht erdrücken. Zudem so tröstet und leh-ret er auch eben im Gebet, und ist durchs Vater Unser und dasVater Unser durch ihn also gezogen, daß man eines aus dem an-dern sehr fein verstehen kann und lustig zusammen stimmen.
2. Darum sollte man nicht allein die vorigen Bctbüchcr, dafast eitel unchristliche Lügen und Mißbrauche, auch in den besten