Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
18
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18 Bericht von dem Namen GotteS: Herr, w.

sche Sprache eine bessere Bibel, denn die Lateinische SpracheDeß beruffe ich mich auf die Leser.

3. Nun wird sich auch der Koth an das Rad hangen, undwird keiner so grob seyn, und mich hier und da tadeln. Wohlan,die lasse ich fahren. Ich habe es von Anfang wohl bedacht, daßich ehe zehen tausend finden wollte, die meine Arbeit tadeln, eheich einen fünde, der mir das zwanzigste Theil nachthäte. Ichwollte auch gar gelehrt seyn und meine Kunst köstlich beweisen,wenn ich sollte St. Hieronynii Lateinische Bibel tadeln. Aderer sollte mir auch wol wiederum Trotz bieten, daß ichs ihm nach-thäte. Ist nun jemand so fast über mich gelehrt, der nehme ihmdie Bibel gantz vor zu verdeutschen und sage mir darnach wieder,was er kann. Macht ers besser, warum sollte man ihn mirnicht vorziehen? Ich meynete auch, ich wäre gelehrt, und weißmich auch gelehrter, denn aller hohen Schulen Sophisten, vonGottes Gnaden; aber nun sehe ich, daß ich auch noch nichtmeine angeborne Deutsche Sprache kann. Ich habe auch nochbisher kein Buch noch Brief gelesen, da rechte Art DeutscherSprache innen wäre. Es achtet auch niemand, recht Deutsch zureden, sonderlich die Herren in Canzeleyen und die Lumpenpredi-ger und Puppenschreiber, die sich lassen düncken, sie haben Macht,Deutsche Sprache zu ändern, und dickten uns täglich neue Wör-ter, behertzigen, bchändigen, ersprießlich, erschließliche und derglei-chen. Ja lieber Mann, es ist wohl bethoret und ernarret dazu.

4. Summa, wenn wir gleich alle zusammen thäten, wirhätten dennoch genug an der Bibel zu schaffen, daß wir sie ans Lichtbrächten; einer mit Verstand, der andere mit der Sprache. Dennauch ich nicht allein hierinnen habe gearbeitet, sondern dazu ge-braucht, wo ich nur jemand habe möcht überkommen. Darumbitte ich, jedermann lasse sein Lästern und die armen Leute im-verwirret, sondern helfe mir, wo er kann. Will er das nicht, sonehme er die Bibel selbst vor und mache ihm ein eigen. Denndiejenigen, die nur lästern und zwacken, sind freylich nicht sofromm und redlich, daß sie gerne wollten eine lautere Bibel ha-ben, sintemal sie wissen, daß sie es nicht vermögen, sondern woll-ten gerne Meister Klügling in fremder Kunst seyn, die in ihrereigenen noch nie Schüler worden sind. Gott wolle sein Werckvollführen, das er angefangen hat. Amen.