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Capitel 6.
tete Heiligkeit und Gerechtigkeit des Scheins und der Heucheley,die aus dem Gesetz ist. Sie machen auch nicht einen neuen Men-schen, sondern er lebet nach dem Menschen und wird darnach ge-formiret. Also stehet Jacob. 1, 18: Er hat uns nach seinemWillen durch das Wort der Wahrheit geboren, auf daß wir wä-ren Erstlinge seiner Creaturen.
16. Und wieviel nach dieser Regel einhergehen, über die sey
Friede und Barmhertzigkeit, und über den Israel Gottes.
Nach welcher Regel? Nemlich, daß sie seyn eine neue Crea-tur in Ehristo, und scheinen mit Gerechtigkeit und Heiligkeit inder Wahrheit (die da ist aus dem Glauben), nicht mit der Ge-rechtigkeit und Heiligkeit (die da ist aus dem Gesetz) der Heuch-lecey und Gleisnerey, und sich selbst und andere betrügen dadurch;über welche Zorn und alles Unglück kommen wird, über diejeni-gen aber wird ruhen Friede und Barmhertzigkeit.
Er thut hinzu: „Und über den Israel Gottes," damit ereinen Unterscheid mache unter dem Israel nach dem Fleisch, wieers denn nennet zu den Eorintdern l. Ep. 10, 18: Die da seynIsrael des Fleisches, nicht Gottes. Derhalben soll Friede undBarmhertzigkeit seyn über die Heyden und Jüden, wenn sie an-ders nach der Regel werden herein treten, wandeln und leben.
17. Hinfort mache mir niemand weiter Mühe; denn ich trage
die Maalzeichen des Herrn Jesu an meinem Leibe.
Hier wirft der Apostel von sich die, so sich nichts anders be-fleissen, denn Zancken und haderischer Disputation, dieweil keineFrucht, sondern nur Arbeit daraus folget. Wie wenn aber derVerstand auch nicht fast unrecht wäre: Es soll mir niemand hin-fort das Gesetz mehr erwecken, in welchem nichts anders ist, dennMühe und Arbeit der Wercke, und doch nichts anders, dennSünde, wie Psalm 10, 7, gesagt ist: Unter seiner Zungen istMühe und Arbeit. Welche Ekristus zu ihm locket und rüstet,sprechend, Matth. 11, 28: Kommet alle her, die ihr arbeitet.Und die Arbeit und Mühe des Gesetzes sind figurirt worden durchdie Kinder Israel, da sie in Egypten mit so schwerer Arbeit bela-den worden, 2. Mos. 5, 6.
Die Maalzeicken nimmet er für die Zeichen eines Christenoder Christlichen Lebens, die da seyn Creutzigung und Unterwer-fung des Fleisches und dazu Frucht des Geistes. Denn wie an-dere Knechte tragen Zeichen und Wapen, oder Farbe ihrer Her-ren.- also auch Paulus und ein jeder Ehrist tragt das Creutz sei-ner Lüste und Laster an seinem Leibe. Zwar nicht also, wie man