Capitel 6 2'9
' '^>j Namen Christi Ehre begehren, Reichthum, Wohllust, Herr-. sckaft und dergleichen, nachmals Verachtung, Armuth, Leiden,
, A Befolgung stieben, meynest du, daß sich die auch im Creutz Christiberühmen? Ja, sie berühmen sich vielmehr in der Welt, und' doch derweilen den Namen Christi zu einem Deckel, den
sie sürwenden, und macben also aus Christo und seinem Evan-xin Gespött und Gelächter.
'"^f, Also ist nun: gecreutziget seyn der Welt, nichts anders, denn
swie oben 2, 10, gesagt) jetzt nicht ihm, sondern Christum inihm leben, und haben sein Fleisch mit samt seinen Lüsten undBegierden dem Geist unterworfen, welcher nicht verstandig istauf die Dinge, die in der Welt sind und was der Welt zugehö--arMiP r,g ist; ja, er hat auch klein Aufmercken, oder ist wenig gesinnetauf die Gerechtigkeit und Weisheit der Welt, sondern berühmetamAtc sich, daß er dieser aller Mangel trage und nicht davon angefoch--chiml ten wird, dieweil er seine einige Zuversicht und Trost allein inChristum gesetzt hat. Die Welt aber ihm gecreutziget seyn, istra üikiW nicht Christum, sondern die Welt in den Menschen leben undMn, i»l haben ein Fleisch, das da grünet und blühet in Lastern und re-gieret in Sünden, nicht gesinnet seyn mit dem Apostel. Col. 3,.l r m Nc 1, 2, auf die obern Dinge, sondern, sich berühmen im Ueberflußbisser Welt und weltlichen Gütern, Reichthum erlangen und seineHoffnung setzen auf einen Menschen; daher auch Paulus nichts tbut und gesinnet ist, wie die Welt, auch die Welt nicht gesinnstist und thut, wie Paulus, und ist ein jeder dem andern gestor-
- ben und gecreutziget, verachtet und verschmähet.
'.'.'-nLsi IS. Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung etwas,noch Vorhaut, sondern eine neue Creatur.
K Das ist im S. Capitel genugsam ausgelegt, nemlich, daßbeyde erlaubt seyn, aber doch keines nöthig ist zu der Seligkeit.
/" Derhalben nichts gilt weder Vorhaut, noch Beschneidung, und
- nicht mehr hülflich zu der Seligkeit, als Reichthum oder Armuth.
Eine neue Creatur, das ist, ein neuer Mensch, der fEphes.>- 4, 24.) nach Gott geschaffen ist, in der Gerechtigkeit und Heilig-
keit der Wahrheit, nach dem St. Psalm, 13: Ein rein Hertzs>'»' si'ss,, schasse in mir mein Gott. Und habe achtung darauf, daß die^ ^ ..kliil!'' Gerechtigkeit der Wahrheit gehöret zum Geist, die Heiligkeit aber^ ^ Wabcheit zu der Reinigkeit des Fleisches: daß also ein Ge-rechter im Geist durch den Glauben, und rein im Fleisch durch^ Keuschheit lebe. Denn er saget nicht vergebens: die Gerech-tigkeit und Heiligkeit der Wahrheit, wider die falsche und erdich-