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9 (1828)
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Capitel 6.

des Geitzes, die da versagen dem Prediger Darreichung und Mit-theilung der Nahrung, darum sie auch schneiden und ernten wer-den die Belohnung des Geitzes. Also wird es auch gehen in allen Iandern Wercken, guten und bösen. Denn mit diesem gemeinenSententz beschleußt Paulus alle sittliche Gebote und die gantzeEpistel.

«.Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch daSVerderben ernten; wer aber auf den Geist säet, derwird von dem Geist das ewige Leben ernten.

Da muß man wiederum verstehen daö Fleisch nicht alleinfür die Unkeuschheit, sondern für alles das, das nicht Geist ist,das ist, für den gantzen Menschen, sintemal der unrechte Ver-stand dieser Worte Taciano, dem Ketzer, Ursache hat gegeben,daß er die Ehe verdammet, eben aus diesem Drt, welchem dochHieronymus genugsam antwortet. Darum werden das Fleischund Geist von dem Apostel gedichtet als zween Aecker. Die zweenSaamen sind zweyerley Wercke, unter welchen der eine Theil derLiebe zugehörct, die oben (Z, 22.) in den neun Früchten genug-sam beschrieben ist, der andere Theil des Fleisches, wie wir dennauch gesehen oben (5, 19, 20, 21.) in den Wercken des Fleisches.So sind darnach zweyerley Ernten: die eine das Verderben, dieandere das ewige Leben.

In sein Fleisch hat der Apostel mit Fleiß hinzu gesetzet, lund nicht in seinem Geist, damit er hinweg nehme den Gedan-cken von der Säung des Mannes in das Fleisch eines Weibes,damit er nickt geachtet würde, als rede er von derselbigen. Wie-wol das auch wahr, daß auch aus derselbigen Säung nichts an-ders wachst, denn eine verderbliche Frucht, das ist, ein sterblicherMensch; aber es folget darum nicht, daß die Verbindung derEhe sollte böse seyn. Was siehest du aber doch, daß anders fastgesäet wird in der gantzen Welt, denn eben verderblich Ding?Derohalben muß man den Apostel verstehen durch das Säen vomWircken, wie folget:

9. Laßt uns aber Gutes thun, und nicht müde werden. Dennzu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören.

Da öffnet er selbst seine Allegorie. Er spricht nicht: so wirim Geist säen; sondern: Laßt uns Gutes thun; und thut doch hin-zu: Zu seiner Zeit werden wir ernten. Sogar hat er sich be-fleißet, damit er den Ketzern nicht Ursache gebe, dadurch sie denehelichen Stand möchten lästern.

So ist NUN: säen im Geist, nichts anders gesagt, denn