Druckschrift 
9 (1828)
Entstehung
Seite
253
Einzelbild herunterladen
 

Capitel 6.

25.?

Volck nicht predigen, sondern sie wollen haben unter ihnen Landund Leute und gantze Herrschaften, kurtzum, eine völlige Besitzungaller Güter in der gantzen Welt: daß jetzt schier der, so unterrich-tet wird, von dem Unterrichter, das ist von den Geistlichen, bet-teln muß.

Er spricht weiter: allerley Gutes, damit er anzeiget

oie

Dinge, derer ein Prediger nolhdürstig ist, das ist die zeitlichenGüter und tagliche Nahrung, welche zu überkommen, ein Lehrer,der das Wort abwartet, nicht mag obliegen, und soll die Dingealle von denen, die er lehret und mit dem Wort unterweiset,empfangen. Mit welchem Wort Paulus abermal zuvor kommet,damit nicht ein Prediger, andern Leuten zu einer Beschwerungvon denen nehme, die er nicht lehret, dieweil er von denen sollernähret werden, welche er mit dem Wort unterweiset. Es sollenauch die, so unterweiset werden, das nicht zugeben, daß das demPrediger von nöthen sey, nemlich andere Leute mit Nehmen be-schweren; sondern sie sollen ihm, wie Paulus lehret, mittheilenallerley Gutes von ihren Gütern.

7. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten.

Er strafet den Geitz, welcher allewege hinterlistig und ver-kehrt ist im entschuldigen, als oft etwas andern zu geben ist,welche Entschuldigungen der Apostel nicht erzehlet, und wer möchtees doch alles erdencken. St. Hieronymus bringet ihrer viel her-vor. Eben mit dem Fleiß hat Gott auch geboten im Alten Te-stament, daß sie in keinerley der Leviten sollten vergessen, dienichts anders hatten, denn was sie vom Volck empfingen. 5.Mos. 12, lg.

Es ist auch das darbey, daß ein Prediger viel Menschenmuß beleidigen, und in vieler Haß und Feindschaft fällt: daßalso hoch nonnöthen ist des Gebots Pauli, sowol von wegen derGeitzigen und Neidischen, als auch von wegen der Nachlässigen.Denn es sind auch derer nicht ein kleiner Theil, die darum nichtgeben, daß sie achten, als werde von andern allzuviel gegeben.Paulus aber kommet diesen faulen und lahmen Auszügen undEntschuldigung fein vor, und spricht, daß sie nicht sollen irren;denn Gott lasse sich nicht höhnen noch verspotten, ob sie gleicheinen Menschen vielleicht betrügen und spotten können.

Denn was der Mensch säet, das wird er ernten.^ Das ist auch ein hübscher Spruch Pauli, den er für eintäglich Sprüchwort hat gehabt, welchen er auch zu den Eorin-stern brauchet, 1. Epist. 9, 11. Diejenigen säen aber das Werck

V